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Jüdische Turnzeitung · 1903-12-01 · 12 (12.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
12 (12.1903)
Date
1903-12-01
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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218 No. 12 Das Turnen der Kreise bot manches Neue und Interessante. Obligatorisch war für jeden Kreis die Wiederholung der zu wählenden Gruppe der allgemeinen Stabübungen. Diese standige Wiederholung mag wohl recht dienlich für die Turner sein, für das Publikum war es im hohen Grade eintönig und wirkte abstossend. Meist entschädigte aber das Gerätturnen hierfür. Teils wurde dies als Gemeinturnen, teils als Riegenturnen ausgeführt. Das Gemeinturnen fand häufig in Form von Taktübungen statt, so namentlich beim XV. Kreis (Deutsch-Oesterreich), der mit 400 Teilnehmern an 32 Pferden z. T. recht schwiepige und gut gelungene Uebungen vorführte. Eine Keulenriege (Wien) desselben Kreises fand starken Applaus. Die Leistungen der Sachsen gehören entschieden mit zu dem Besten, das überhaupt gezeigt wurde; dieser Kreis stellte auch nebst dem XV. die grösste Zahl von Musterriegen. Als mindestens originell und wohlgelungen muss der Dauerlauf des gesamten Kreises XIV (Sachsen) bezeichnet werden. Von den übrigen Darbietungen sei noch besonders der Leistungen der Königsberger Alte-Herrenriege Erwähnung getan; die Uebungen derselben setzten eine grosse Gelenkigkeit voraus, und alle diese fast ohne Ausnahme weisshaarigen, aber trotzdem jugendfrischen Turner wurden den Anforderungen, die an sie seitens des Vorturners gestellt waren, in vollem Umfange gerecht. Bei den Vorführungen der deutsch-freiheitlichen Turnvereine (Oesterreich; erntete das gemeinsame Turnen an 16 Böcken und ferner die originellen Stabübungen mit Aufstellung in Kreisform reichen Beifall. Der Turnklub Hannover stellte eine Musterriege seiner 10 besten Turner am Sprungtisch unter bewährter Leitung des Turnlehrers Hacker, wobei u. A. ein salto mortale über den längsgestellten Tisch als hervorragend zu nennen ist. Beim Turnen des Kreises III b (Brandenburg) kamen in erster Linie die Berliner in Betracht, von denen namentlich die Berliner Turnerschaft gut abschnitten. Die Alte-Herrenriege dieser Vereine war stark vertreten und leistete Vorzügliches; auch die Keulenriege und die Riege an den Schaukelringen heimsten reichen, wohl verdienten Applaus ein. Interessant ist eine Zusammenstellung der Geräte, an denen die Musterriegen turnten: Barren: 214 Riegen, Pferd: 113 Reck: 73 Bock: 15 Schaukelringe: 6 „ Sprungtisch: 3 „ Besonders auffallend ist das Ueberwiegen des Barrenturnens und dies lässt eine gewisse Einseitigkeit in der Ausbildung erkennen. Andererseits wurden aber verschiedene kombinierte Gerätübungen vorgeführt, wie Reck- Barren, Barren-Bock, Barren-Pferd, und es ist ein erfreuliches Zeiche^ dass man allmählich einsieht, dass die fortgesetzte Vorführung ein und derselben Uebung auf Beteiligte und Zuschauer recht ermüdend wirkt. Die Wettspiele, denen ein grosser Teil des Festplatzes eingeräumt war, hatten sehr unter der schlechten Witterung zu leiden. Am meisten gespielt wurde Faustball, dann Schlagball, Barlauf, Fussball, Tamburinball. Dieses letztere war uns gänzlich neu; zum Schlagen der leichten Gummi-

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