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Jüdische Turnzeitung · 1903-11-01 · 11 (11.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
11 (11.1903)
Date
1903-11-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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No. 11 191 gerade Turnvereine dazu sich eignen, ist eine andere Frage. Wenn diese sich auch die physische Regeneration der Juden zur Aufgabe machen, so ist das sehr dankenswert. Aber die Regeneration ist auch in anderen als in jüdischen Turnvereinen zu erlangen. Nun wird allerdings behauptet, dass Juden in deutschen Turnvereinen nicht gern gesehen werden. Wir bleiben trotzdem bei unseren Ratschlagen, auf die Herr Dr. Tuch in seiner Zuschrift allerdings mit bitterer Ironie näher eingegangen ist. Wir-sagen: das Turnen in Gemeinschaft mit den übrigen deutschen Turnern sollte überall und so lange bevorzugt werden, als nicht Grund zu der Annahme vorhanden ist, dass der betreffende Turnverein mehr oder weniger antisemitisch infiziert ist. Antisemitische Beleidigungen und Anrempelungen brauchen die jüdischen Turner sich nicht gefallen zu lassen, sollen sie sich nicht gefallen lassen. Man braucht nicht jeden harmlosen Scherz gleich ernst zu nehmen. Aber die Juden haben eine feine Empfindung dafür, ob Jemand sich nur einen gelegentlichen Scherz mit ihnen oder über sie erlauben oder sie kränken will, und so ist kaum anzunehmen, dass sie das eine mit dem andern verwechseln werden. Krankungen dürfen sie sich nirgends gefallen lassen." Wir glauben diesen Ausführungen nichts hinzufügen zu brauchen. Das X. deutsche Turnfest in Nürnberg.*) A. Allgemeines. Von Theobald Scholem. Nach fünfjähriger Pause hat der Ausschuss der „Deutschen Turnerschaft" seine Mannen in Nürnbergs Mauern zusammengerufen, um Heerschau über sie zu halten. In den Tagen vom 15. bis zum 18. Juli 1903 brachte ein Sonderzug nach dem andern die gewaltige Zahl der Turner aus allen Gauen und Landen nach der altberühmten Stadt. Mehr als 33 000 Mann waren zusammengeströmt nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus allen Ländern, in denen sich Deutsche in Turnvereinen zusammengefunden haben, um draussen in der Fremde die Liebe zur Heimat und zur Muttersprache zu pflegen. Reges Leben herrschte in Nürnberg. Festlich waren die Häuser geschmückt und Festesstimmung herrschte allerwärts. Überall sah man die je nach Landesteilen bezw. Turnkreisen verschieden ge- *) Die jüngsten Ereignisse innerhalb der jadischen Turnbewegung, wie die Gründung der Jüdischen Turnerschaft, das Baseler Turnfest nnd die gegen uns gerichtete Polemik nahmen und nehmen den beschrankten Raum unserer Zeitschrift so sehr in Anspruch, dass es uns erst heute möglich wird, den ersten Teil des unseren Lesern längst zugesagten Berichts über das Deutsche Turnfest in Nürnberg zu bringen. Der zweite und letzte Teil, der sich mit der speziell turnerischen Seite dieses Festes beschäftigen wird und der Feder des Herrn Richard Soldin entstammt, wird im nächsten Hefte Aufnahme finden. Die Redaktion.

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