Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 9 (9.1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/4921092-5965009-5965202--0811-4921861- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
166 No. 9 Der Plan zu einem engen Zusammenschluss sei schon drei Jahre alt, aber erst heute spruchreif. Es gilt heute, eine straffe zielbewusste Organisation auf national-jüdischer Grundlage ins Leben zu rufen. Soweit politische Hindernisse nicht entgegenstehen, müssten die jüdischen Turner aller Länder in einem engen Kreis, sonst in kooperierenden Landsmannschaften oder Spracheinheiten zusammengeschlossen werden, (Beifall). Als zweiter spricht Herr Scholem-Berlin über „Die turnerischen Aufgaben des jüdischen Turnverbandes." Hierfür bringt er eine ganze Serie höchst fruchtbarer Vorschläge. Er fasst seine Ausführungen schliesslich zusammen in folgender Resolution:' „Der jüdisch-nationale Turnverband stellt sich die Aufgabe, die in den Einzelvereinen gegebenen Kräfte zusammenzufassen zu gemeinsamer turnerischer Arbeit im Sinne gemeinschaftlicher turnerischer Ausbildung und Förderung durch Turnübungen, Feste, Ausbildungskurse in den Vereinen ähnlicher Art, durch Unterstützung schwacher und Gründung neuer Vereine, durch Förderung aller Bestrebulagen, die dazu angetan sind, die körperliche Tüchtigkeit des jüdischen Volkes zu fördern." Nach einer kurzen Debatte hält Dr. E. M. Zweig-Wien seinen Vortrag über die „Nationalen Grundlagen der jüdischen Turnbewegung". Er gibt einen geschichtlichen Rückblick der gymnastischen Bestrebungen anderer Völker und weist nach, dass dieselben allenthalb von nationalen Motiven getragen seien. Für die Gestaltung der jüdischen Zukunft habe das Turnen eine hervorragende Bedeutung, es sei in anbetracht unserer besonderen Verhältnisse doppelt wertvoll. Im Anschluss an das sehr beifällig aufgenommene Referat wird einstimmig und unter sehr grosser Begeisterung die Gründung des Verbandes auf nationaljüdischer Basis beschlossen. Mit Verkündung dieses Resultats schliesst die 1. Sitzung. Die zweite Sitzung vom 22. August wurde durch ein ausführliches Referat des Herrn Alfred Salomon-Köln über „Organisation und Agitation" eingeleitet. Der Vortragende gibt zahlreiche Hinweise und führt eine Reihe spezieller Vorschläge auf, die die Propaganda für unsere Idee in den Einzelvereinen betreffen. Hierauf spricht Herr Zirker-Berlin über die „Geschäftliche Position des Verbandes", indem er im besonderen die Finanzen der Jüdischen Turnzeitung berührt. Nach Anhörung sämtlicher Referate wird beschlossen, in die Statutenberatung einzutreten. Die in dieser Sitzung beschlossenen, einer Redaktion durch den Ausschuss vorbehaltenen §§ der Satzung sind folgende: