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Jüdische Turnzeitung · 1903-09-01 · 9 (9.1903) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
9 (9.1903)
Date
1903-09-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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lt>4 No. 9 fest: die Juden haben mit den Abschliessungsbestrebungen nicht den Anfang gemacht. Die deutschen Juden haben mit heisser Liebe zum Vaterlande in dem ihnen angeborenen, manchmal viel zu weit gehenden Assimilationsstreben versucht, und versuchen es immer noch, in allen Angelegenheiten des öffentlichen Lebens nichts anderes' zu sein als Deutsche, Schulter an Schulter mit ihren andersgläubigen deutschen Volksgenossen einzutreten für das Gute, Rechte und Wahre, der allgemeinen Wohlfahrt zu dienen, Kunst und Wissenschaft zu fördern, die sozial Bedrängten zu heben — aber sie fanden und sie finden in so vielen Kreisen und bei hundert Gelegenheiten für ihren ehrlichen Willen gar so wenig Verständnis und Gegenliebe. Das ist der Grund, und die jüdischen Abschliessungsbestrebungen sind erst die Folge." In allen diesen und vielen ähnlichen Zustimmungsäusserungen wird freilich immer noch zu sehr auf die sozusagen negativen Gründe eingegangen, während die für uns viel wichtigeren positiven Momente, die unserer Bewegung erst den ihr eigenen Schwung und ihren Anhängern die unerschüitfri/che Treue und tiefinnerliche Begeisterung zu geben vermögen, d. i. die nationaljüdische Idee, gerade den meisten jüdischen Blättern noch nicht mit hinreichender Klarheit aufgegangen zu sein scheinen. Unsere Aufgabe wird es sein, vor allem in dieser Beziehung durch unausgesetzte und eindringliche Darlegung unseres Standpunktes Wandel zu schaffen und unbekümmert um das Gewirr aller widersprechenden Stimmen unsern Weg weiter aufwärts zu nehmen. Dass wir siegen müssen, ist gewiss, sofern wir nur uns selber treu bleiben. Der erste Jüdische Turntag zu Basel. Längst gehegte Wünsche sind über Erwarten schnell in Erfüllung gegangen. Der Berliner „Bar Kochba", von dem der Gedanke eines jüdischen Turnverbandes ausging, hat die durch das Schauturnen in Basel gebotene, selten günstige Gelegenheit der Anwesenheit von Vertretern der verschiedensten Brudervereine beim Schöpfe gefasst und ist in Gemeinschaft mit diesen aus dem Stadium mühseligen Überlegens zur raschen Tat geschritten. Das Produkt unserer Baseler Arbeit, die ins Leben gerufene Jüdische Turnerschaft, hat sich, kaum entstanden, mit so kräftigem Tone in Form einer „officiellen Kundgebung" gegen die Angriffe des Ungetüms „Presse" gewehrt, dass man seiner Vitalität sicher ist. Wir Pathen dieses neuen Wesens — wofern man in einem jüdischen Blatte, ohne Anstoss zu erregen, von einer Pathenschaft

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