Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 9 (9.1903)
- Date
- 1903-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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156 No. 9 um so gewaltiger wird der Anlauf und Schwung werden, mit dem wir hinübersetzen. Unsere Kraft wächst durch den Kampf. Wir haben uns nun einmal an eine grosse Sache gewagt. Jetzt ist es Pflicht jedes Einzelnen, das Gefühl der Verantwortlichkeit in seiner Brust zu verdoppeln. Seit dem Schauturnen in Basel stehen wir vor der jüdischen Öffentlichkeit, seit dem ersten jüdischen Turntage sind wir ein Faktor in der Judenfrage. Unsere Bestrebungen lenken eigentlich erst jetzt in die Bahn einer grossen Bewegung ein. Es gilt die Flut zu benutzen. Was wird geschehen? Es werden sich jüdische Turnvereine überall bilden, wo Juden in grösserer Zahl wohnen. Neue Kraft und neues Fühlen wird in die jüdischen Herzen einziehen. Die junge Mannschaft, auch die halbverlorene, wird dem Judentume und seinen Aufgaben zurückgewonnen. Ein immer mächtigerer Bruderbund wird uns umschliessen. Das sind keine Prophezeiungen, das ist nur der Ausdruck unseres Willens. Und wir werden unseren Willen durchsetzen, denn wir sind jung und kraftvoll und überzeugungsstark und opferwillig. Die Jüdische Turnerschaft im Lichte der deutschen Presse. In letzter Zeit hat sich die Öffentlichkeit recht lebhaft mit uns beschäftigt. Seit die Notiz von der Gründung einer Jüdischen Turnerschaft in Basel durch die Blätter lief, haben Tageszeitungen und Wochenschriften aller Parteien nicht aufgehört, der Besprechung der jüdischen Turnbewegung einen breiten Raum zu geben. Eines der angesehensten deutschen Blätter, die „Kölnische Zeitung", hatte mit einem „Jüdische'Abschliessungsbestrebungen" betitelten Aufsatz den Anfang gemacht; seitdem rauscht es unaufhörlich in dem papierenen Blätterwald; der frische Windzug unserer jüdischen Turnidee rührt und rüttelt dazwischen, er fährt auch in ein schwankes, kümmerliches Bäumlein, „Israelitische Wochenschrift" geheissen, und da es die grossen Bäume rauschen hört, so biegt und bückt es sich, das schmiegsame Stämmchen, bis zum Boden, dass seine gelben Blätter tief in den Schmutz unten. tauchen und damit