Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 8 (8.1903)
- Date
- 1903-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 vererbte Überzeugung von der Minderwertigkeit der Juden nicht sowohl in geistiger, als vielmehr in körperlicher Kraft, das vererbte Bewusslsein der Straflosigkeit noch so bestialischer Gewalttaten, wenn sie sich nur gegen Juden richten, das ererbte und durch die Tatsachen bestärkte Bewussstsein von der tatsächlichen Unfähigkeil der Juden, ihnen von selbst wirksamen Widerstand entgegenzusetzen, bewirkt, dass es das Faust- und Wafferirecht. wo es immer nur kann, >labiliert und straflos handhabt. Und deshalb ist die Tragweite der Bestrebungen eine ganz ungeheure, die darauf hinzielen, die Juden einerseits wirklich kräftig und" widerstandsfähig zu inachen, andererseits aber dem Volke, in deren Mitte sie wohnen, die Überzeugung beizubringen, dass es nun und immer mehr es wagen dürfe, seinen barbarischen Gelüsten den Juden gegenüber zu fröhnen, indem diese, körperlich nicht mehr unlerwertig, ihnen mannhaften Widerstand leisten würden. Können wir ihnen erst zeigen, dass wir den rohen Äusserungen ihrer Leidenschaft Kraft entgegenstellen, stämmige, urwüchsige Kraft, so wird damit jenes instinktive Gefühl der Übermacht, das im Dunkeln wirkend, dunkle Taten an's Tageslicht förderte, schwinden, die sonst nur allzu leicht entfachte Wut wird sich verkriechen müssen; denn nur wo sie blind sich ergehen kann, da ist ihr Revier; wo sie auf Widerstand slössl, verliert sie ihre Kraft und den grösslen Teil ihrer Grässlichkeil; denn jetzt ist Mut erforderlich, und Mut ist es gerade nicht, der den gegen uns gehetzten Pöbel auszeichnet; und fehlt den Heizern der brüllende Pöbel, dann fehlt ihnen alles, und ihre giftige Wut wird höchstens sie selbst verzehren. Männer brauchen wir, Kraflmänner, Muskeljuden! Von diesem Gesichtspunkte aus haben wir Juden, in Rumänien wenigstens, jene Bestrebungen zu betrachten, die es darauf abgesehen haben, uns zu Kraft, zu bewussler Kraft emporzuziehen. Hier haben sich die Verhältnisse in einer Weise zugespitzt, die rumänische Justiz hat da, wo es sich um Excesse des Pöbels gegen Juden handelte, in einer so schamlosen Weise der iuslilia in's Gesicht geschlagen, dass uns, um dem Pöbel nicht ganz auf Gnade und Ungnade ergeben zu sein, nur der eine Weg zu beschreiten bleibt: Selbsthilfe. Jüdische Turnvereine! Wo wir uns Gesundheit und Jugend wieder erringen, wo wir als Brüder einig wieder zusammenarbeiten, wo unser Auge glänzt vor Begoislerung und Liebe, nicht der tatenlosen, phantastischen Liebe zu allen Menschen, in der wir alle Menschen