Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 8 (8.1903)
- Date
- 1903-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. S U9 Dieser Einsicht verschliessen sich eine Reihe ehrlicher Männer unter den Juden nicht, und da von dem «Rechte» der Teilnahme an Turnvereinen, Sport- und Spielklubs auch fürderhin nicht sonderlich viel mehr zu erwarten ist, als die Erfahrung bisher lehrte., «o befördert die für eine nationaljüdische Kultur arbeitende Bewegung des «Zionismus», der eine Reihe Geistesaristokraten des Judentums angehören, u. a. auch die Bildung jüdischer Turnvereine. Diese gelten den Führern nur als erste Anlage zu kräftigen Abwehrvereinen gegen die einseitige bedrohliche Betonung des Intellektualismus in der jüdischen Erziehung..... .....«Männer brauchen wir, Kraftmänner, Mnskeljuden!» ruft Nachtal aus. — Er fordert eine Erziehung der •luden zur Kraft, zu bewusrter Kraft. Ich glaube, auch diese fast wie ein Verzweiflungsschrei klingende Forderung eines rumänischen Juden wird sich in absehbarer Zeit, in Deutschland wenigstens, erfüllen. Das noch weitverbreitete Vorurteil, dass die semitische Rasse von Natur und seit Anbeginn physisch minderwertig, und dass ein Stigma des jüdischen Charakters der Mangel an Mut sei. ist bei ernster Prüfung nicht als unbedingt wahr erweislich, wenn man das eigenartige Schicksal gerade dieser Rasse berücksichtigt. Auch vom Standpunkte der Völkerpsychologie Hesse sich dazu viel sagen. Aber ohne bis auf Alt-Judas Kriegstüchtigkeit und den Helden David zuzückgehen, will ich nur auf die Tatsache hinweisen, dass auf verschiedenen Gebieten der Leibesübungen (Turnen, Laufen, Schwimmen, Fechten, Fussball und Tennisspiel, Athletik, Radfahren) etwa ein Dutzend Juden mit Proben aussergewöhnlich grosser Kraft, Ausdauer und Geschicklichkeit bekannt sind. (Alfred Flatow-Berlin z. B. wurde 1. Sieger auf dem 9. Deutschen Turnfest in Hamburg 1898). Es scheint durchaus logisch, anzunehmen, dass tüchtige und höchste Leistungen körperlicher Kraft, Gewandtheit und Ausdauer von Juden jetzt unter dem anregend-begeisternden Einflüsse gemeinsamen Kämpfens um den Ruf ihrer Ebenbürtigkeit viel öfter zu stände kommen werden, als das bisher möglich war und von einzelnen versucht wurde in dem die Tatkraft lähmenden Gefühle, alleinstehend und im-