Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 8 (8.1903)
- Date
- 1903-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 8 145 und sonstige körperliche Übungen, um den Schaden wett zu machen und ein Geschlecht heranzuziehen, das nicht durch seinen grössten Prozentsatz an Taubstummen und Nervenkranken alle hervorragende Betätigung, die ihm nachgesagt werden kann, aufwiegt. Eine besondere jüdische Propaganda ist natürlich im Rahmen der deutschen Turnerschaft unmöglich. Wird doch schon jetzt in vielen Vereinen dieser Organisation die Mitgliedschaft verwehrt oder verleidet. Und selbst in denjenigen Vereinen, die ohne weiteres .Juden aufnehmen und eben deswegen ausserordentlich stark von Juden frequentiert sind, ist deren Stellung doch nicht so sicher und von Angriffen frei, wie es scheint. Wo offen ausgesprochene Anträge, die ihren Ausschluss bezwecken, nicht gestellt werden, scheut man sich doch nicht, hinter ihrem Rücken dem Wunsche, mitunter in recht derben^Worten, Ausdruck zu verleihen, dass man sie am liebsten weit weg wünschte. Beide Bestrebungen, die für die Bodenkultur und die für körperliche Ausbildung, müssen von den Juden aus eigener Kraft und unter sich selbst vollbracht werden, wobei sie dann hoffen dürfen, von den Behörden, wo es not tut, auch gefördert zu werden. Es gibt aber einen tieferen, idealen Grund, jüdische Turnvereine allenthalben, wo Juden wohnen, ins Leben zu rufen, einen Grund, der allerdings für den Bodenkulturverein nicht in Betracht kommt. Dies ist die Notwendigkeit unter den Juden in Deutschland das Bewusstsein ihrer besonderen Nationalität durch das kräftige und erprobte Mittel der Turnerei nach deutschem Vorbild wieder zu wecken. Das deutsche Turnen ward begründet als eine natürliche Handhab«, um in den weitesten Volkskreisen das hochgemute Wesen der alten Deutschen zu bewahren. Das ist auch beute nöeh der Hauptzweck der deutschen Turnerschaft. Die vielen sehönen Turnlieder sind von diesem Grundgedanken getragen. Sie führen den Deutschen im Geiste zu der Ahnen Frische, Frömmigkeit, Fröhlichkeit, Freiheit, den Eigenschaften, die sie im Frieden und für die Nachwelt besonders erkennbar, auf allen Schlachtfeldern bewährten. Und sie erzeugen das einzig probehaltige Streben, den Vätern gleich zu werden, der Väter Erbe allezeit zu pflegen. Diejenigen Juden, die ihres Selbst bewusst sind, wissen,