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Jüdische Turnzeitung · 1903-04-01 · 4 (4.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
4 (4.1903)
Date
1903-04-01
Page
[Seite] (sequence 18)
Language
German
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72 No. 4 Vereine bereitwilligst ohne Entgelt zur Verfügung gestellt wurde. In einer am 13. März behufs Besprechung der Statuten stattgehabten Versammlung waren alle jüdischen Bevölkerungsklassen vertreten; die Zahl der Vereinsmitglieder stieg auf nahezu 7o. Dank der Bemühungen des rührigen Komitees, bestehend aus den Herren Dr. Lasus, Hönig, Schiller, Schnitzler und Kaufmann konnte die erste Turnstunde bereits am 20. März stattfinden und einen entsprechend gelungenen Verlauf nehmen. Rastachuk. Nach einer von Rustschuk in Bulgarien an uns gelangten Nachricht besteht auch dort ein Jüdischer Turnverein. Wien. Am 4. April fand das 1. Schauturnen des 1. Wiener jüdischen Turnvereins in dem mit blauweissen Fahnen festlich geschmückten Ballsaale Ronacher statt, und nahm der Abend in jeder Hinsicht einen durchaus befriedigenden Verlauf. Das turnerische Progamm wurde mit Exaktheit und Präzision abgewickelt. In strammem Aufmarsche traten die Turner, in ihrer kleidsamen Tracht von dem zahlreich erschienenen Publikum lebhaft begrüsst, zu den Stabübungen an, die fehlerlos und präzise durchgeführt wurden. Bei dem nun folgenden allgemeinen Geräteturnen unter Musikbegleitung bot der Saal ein fesselndes, turnerisches Bild und fanden die einzelnen turnerischen Leistungen den wärmsten Beifall der Zuschauer. Es wurde in vier Riegen geturnt: Reck, Barren, Pferd, Freispringen; allgemeine Aufmerksamkeit zog insbesondere die erste Riege am hohen Reck auf sich, wo Schwungübungen aus der Kombination von Kippe, Schwungstemme, freier Felge, Hangkehre u. s. w. aufgebaut wurden. Nun folgte als unstreitig schönster Punkt des Festes der Damenreigen. Die Turnerinnen des Vereins, in einer von dem Vereinsmitgliede Frl. Thilda Frankfurter entworfenen äusserst schmucken Kleidung (weisses, fussfreies Kleid mit blauen Einsätzen und Schärpen), betraten, vom Publikum stürmisch akklamiert, den Saal, um die einzelnen, zum Teile ziemlich komplizierten Figuren des Reigens korrekt und anmutig durchzuführen. Nicht endenwollender Beifall begleitete die strammen Turnerinnen beim Abmärsche, und eine angenehme Überraschung wurde ihnen zuteil, als die Turner ihren Kolleginnen reizende Blumensträusse überreichten als Lohn für die schöne Vorführung, deren Einstudierung wohl manche Stunde gekostet haben mag. (Etwas tanzstundenmässig! Die Red.) Nun folgte noch als letzter Punkt des turnerischen Programms das Kürturnen am hohen Reck. Bei demselben kamen abwechselnd

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