Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 4 (4.1903)
- Date
- 1903-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4 71 seines paritätischen § 3, ergiebt sich aus der Notiz des Jahresberichts, dass die 186 Mitglieder, die den Verein bilden, allen Berufskreisen angehören, „in denen wir hier Juden finden. Neben Kaufleuten, die im Verein naturgemäss das ziffermässige Übergewicht haben, turnen Akademiker und Handwerker." Weiter lesen wir: 144 Mitglieder sind „nominell" aktive Turner; 42 unterstützen den Verein durch Beitragszahlungen. Ausserdem sind 40 junge Leute unter 18 Jahren in die Liste der Zöglingsriege, die, ebenso wie eine Alte Herren-Riege, demnächst gebildet werden soll, eingezeichnet. Die Turnstunden finden seit Anfang September und zwar an zwei Abenden in der Woche statt, ein dritter Abend ist für die Abhaltung der Vorturnerstunde bestimmt. Die turnerische Leitung lag bis zum 20. November in den Händen des Oberturnlehrers Kloss, seitdem sind zwei Vereinsmitglieder als Turnwarte tätig. Der Besuch stellte sich durchschnittlich pro Abend auf 43 Herren, während an der Vorturnerstunde 14 Vorturner sich beteiligten. Erfreulich ist die Bevorzugung der Freiübungen in den Turnstunden. Der Kassabericht ist gleichfalls günstig: Unter Einnahmen stehen u. a. 852 Mark aus Mitgliederbeiträgen verzeichnet, der Etat schliesst mit über 80 Mark Bestand, was bei einer vierteljährlichen Vereinsexistenz sehr respektabel ist. Im Anhang des Berichts befindet sich das Protokoll der ausserordentlichen Generalversammlung vom 24. Januar 1903, aus dem die Beschlüsse hervorzuheben sind, in eine Haftpflichtversicherung einzutreten, ferner eine Zöglings- und Alte Herrenriege zu gründen, im Sommer Turnspiele, Turnfahrten und Schwimmen einzuführen, schliesslich besonders eifrigen Mitgliedern Auszeichnungen zu verleihen. Der zuletzt genannte Beschluss würdigt den Verein, der schon in seiner prinzipiellen Haltung auf tiefem Niveau steht, nun auch in rein turnerischer Hinsicht unsäglich herab und stellt ihn auf eirie Stufe mit jenen Clubs, die den Mangel ihres inneren Gehalts zu verdecken suchen durch Medaillen und derlei Äusserlichkeiten. Es muss um einen Turnverein schlimm bestellt sein, der zu solchen Mitteln greift, um sich zu erhalten, aber schlimmer noch um seine Mitglieder, die sich nicht entblöden, den Beschluss zu fassen, sich selbst zu prämiieren. M. Z. Prossnits. Die Ausgestaltung, des hiesigen jüdischen Turnvereins befindet sich in vollem Gange- Ein viergliederiges Gründungskomitee richtete an den Gemeinderat das Ansuchen um Überlassung eines entsprechenden Turnlokales, welches auch dem