Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 4 (4.1903)
- Date
- 1903-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No 4 69 Das aber bedeute lediglich eine Schädigung des nationalen Gedankens und somit auch des Zionismus, dem auf diese Weise eine junge Mannschaft gänzlich ferngehalten würde, die später jedenfalls doch ins zionistische Lager übergegangen wäre. Interessant waren auch die Ausführungen des Herrn Cohen, der sich als gänzlicher Neuling in der nationaljüdischen Bewegung bezeichnete und seinen abweichenden Standpunkt zur Geltung brachte. — Dem Jüdischen Turnverein ist neuerdings seitens der Stadt die Turnhalle für noch zwei Abende freigegeben worden. Wir haben nunmehr die Errichtung der Jugendriege ernsthaft in Angriff genommen und können hoffen, schon in 14 Tagen die neue Abteilung turnen zu sehen. J. B. Königsberg i. Pr. In der Königsberger Zionistischen Vereinigung referierte am 28. März Herr Dr. Hoppe über „Körperpflege bei den Juden". Dem interessanten, mit grossem Beifall aufgenommenen Referat folgte eine lebhafte Diskussion. Es wurde die Gründung eines jüdischen Turnvereins beschlossen und eine Kommission gewählt. (Jüd. Rundschau). Konstantlnopel. IsraelitlscherTurnverein. Der Jahresbericht des Vorsitzenden, erstattet auf der ordentlichen Generalversammlung am 8. Februar d. J., glebt ein erfreuliches Bild vcn der EntWickelung dieses ältesten unter den jüdischen Turnvereinen, kann unser wackerer Pionier am Bosporus doch bereits auf ein Alter von 8 Jahren zurückblicken. Das verflossene Vereinsjahr war ein Jahr des Fortschritts, die früher jeden Aufschwung lähmende Indolenz der aktiven Turner ist mehr und mehr geschwunden, das Solidaritätsgefühl ist wieder erwacht, wenn auch ein ernsterer Anteil seitens der deutschsprechenden Juden noch recht zu wünschen ist. Wahrend im Jahre 1901 die Mitgliederzahl von 132 auf 67 sank, ist sie im verflossenen Jahre wieder auf 94 gestiegen und noch im weiteren Zunehmen begriffen. Um die Erstarkung des turnerischen Lebens machte sich in erster Reihe der Turnwart des Vereins, Herr Leon Schoenmann, verdient. Die Besserung des Kassenbestandes ist grösstenteils auf die Erhöhung des Mitgliederbeitrags auf 5 Piaster monatlich zurückzuführen. Als Beweis für die Beliebtheit, deren sich der Verein allgemein erfreut, mag dienen, dass sich der Reinertrag seiner letzten festlichen Veranstaltung auf etwas über 3000 Piaster belief! Von neuen Einrichtungen ist die Veranstaltung zweier Nachmittagsunterhaltungen allwöchentlich zu erwähnen, deren Reinertrag zur Hälfte bedürftigen Kindern der deutsch-israel. Schule zu Gute kommt, sowie die Einrichtung einer Alten Herren-Abteilung. In dem uns vorliegenden Jahresbericht vermissen wir leider nähere Angaben über den inneren Turnbetrieb, so die Zahl der aktiven Turner und den Turnbesuch an den einzelnen Abenden. Kopenhagen. Einer Notiz der Jüdischen Rundschau zufolge besteht auch an diesem Orte ein jüdischer Turnverein, der sich in guter Entwicklung befinden soll.