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Jüdische Turnzeitung · 1903-04-01 · 4 (4.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
4 (4.1903)
Date
1903-04-01
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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68 No. 4 Turnlehrerin in Aussicht genommen ist. — Dem Berichte des Kassenwarts Herrn Rosenberg entnehmen wir, dass der Jahresabschluss erfreulicher Weise einen kleinen Überschuss aufweist. — Die ausscheidenden Turnratmitglieder, die Herren Frankenthal und Jacobson werden per Akklamation wiedergewählt; zu Revisoren ernennt die Versammlung die Herren A. Behrens und A. Selig. Der Turnrat besteht darnach aus folgenden Herren: J. Frankenthal, I. Vorsitzender und erster Turnwart; Paul Mark, II. Vorsitzender; A. Jacob, zweiter Turnwart; H. Seligmann, Schriftwart; G. Rosenberg, Kassenwart; Dr. Max Levy, A. Jacobson, Beisitzer. Nachdem noch einige interne Angelegenheiten ihre Erledigung gefunden, sprach Herr Pollack namens der Turner dem Türnrat den Dank der Turnerschaft aus für sein.e Mühewaltung und vorzügliche Leitung. In seiner Erwiderung betonte der Vorsitzende, dass die Turnerschaft alle Ursache habe, frohen Mutes in das neue Geschäftsjahr einzutreten und bat nochmals die Anwesenden, dem Vereine treu zu bleiben und für ihn unablässig zu wirken, damit derselbe sich zu einem kräftigen Zweige am Baume der jüdischen Turnerschaft entwickele.*) Köln. Jüd. Turnverein. In unserer Monatssitzung am 4. April sprach unser Vorstandsmitglied Herr Alfred Salomon über „Die Jüdische Turnbewegung und der Zionismus". Der Redner beleuchtete in fesselnder Weise zuvörderst die Geschichte der jüdischen Turnbewegung, die er als ein Produkt des Zionismus darstellte. Er erläuterte die Ziele des Zionismus und führte aus, dass die jüdische Turnbewegung als solche mit den Endzielen des Zionismus nichts gemein habe. Der jüdische Turnverein habe lediglich die Aufgabe, seine Mitglieder zu stammesstolzen, kräftigen und gewandten Juden zu erziehen. In welcher Richtung sich später das wiedererweckte Nationalgefühl äussernwerde, das zu beeinflussen sei lediglich Sache des Zionismus. Ein Hand in Handgehen der beiden Bewegungen sei jedenfalls erwünscht und natürlich; taktische Rücksichten verböten ein Zuviel in dieser Richtung, auch mit Rücksicht auf den Zionismus. Es schloss sich eine lange und interessante Diskussion den vorzüglichen und mit vielem Beifall aufgenommenen Ausführungen an. Herr Goldreich und Herr Abraham vertraten einen mehr zionistischen, Herr Dr. Bodenheimer und Herr Berger den vermittelnden Standpunkt des Vortragenden. Insbesondere führte Herr Berger in längerer Darlegung aus, dass ein einseitiger zionistischer Standpunkt den Turnverein schädigen, wenn nicht zerstören und ihm jedenfalls den Charakter als Sammelpunkt der jüdischen Jugend nehmen müsse, der ihn heut auszeichne. *) Wir vermissen leider in dem Bericht genaue Angaben Ober Durchschnittsbesuch der Tarner pro Abend. Die Redaktion.

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