Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 4 (4.1903)
- Date
- 1903-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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No. 4 67 Arbeitsplan des Jüdischen Turnvereins „Bar Kochba". Sommerhalbjahr 1903. 1. Männerabteilungen. April: Turnfahrt, Vorturnerstunde. Mai: Turnfahrt. Juni: Vorturnerstunde. Juli: Turnfahrt. August: Vorturnerstunde. Septbr.: Turnfahrt, Vorturnerstunde. 3. Lehrlingsabteilung. 3 Turnfahrten. 2. Frauenabteilungen. April: Turnfahrt. Mai: Vorturnerstunde. Juni: Turnfahrt. Juli: Vorturnerstunde. August: Turnfahrt. Septbr.: Vorturnerstunde. 4. Mädchenabteilung. 2 Turnfahrten. Im August findet eine Turnfahrt aller Abteilungen statt. Hamburg. Die Jüdische Turnerschaft von 1902 zu Hamburg hielt am 18. März d. J. ihre erste Generalversammlung ab. Dieselbe wurde von dem ersten Vorsitzenden Herrn J. Frankenthal eröffnet. In kurzer Ansprache wies derselbe auf die hohe Bedeutung des Turnens hin, welches endlich auch in jüdischen Kreisen die ihm gebührende Aufmerksamkeit gefunden habe. Der Vorsitzende knüpfte daran die Bitte, für die jüdische Turnerschaft in Hamburg eine kräftige Agitation zur erfolgreichen Entwickelung des Vereins zu entfalten. Alsdann erstattete der Schriftwart, Herr H.Seligmannden Jahresbericht. Aus demselben heben wir Folgendes hervor: Die Jüdische Turnerschaft von 1902 hat sich aus der früher bestandenen Turnerschaft von 1898 heraus gebildet. Diese bestand als Turnabteilung der Vereine „ehemaliger Schüler der Talmud Tora-Schule" und des „Israelitischen Jugehdbundes". Durch diese Abhängigkeit, namentlich aber dadurch, dass nur Mitglieder dieser beiden Vereine aufgenommen werden durften, war die Turnerschaft in ihrer Entwickelung sehr behindert. Allseitig wurde dieser Übeistand empfunden, bis schliesslich nach wiederholten Beratungen die Turnerschaft beschloss, sich aufzulösen und in einem neuen, selbständigen Verein wieder zusammenzufinden. So bildete sich die Jüdische Turnerschaft von 1902 und ist — wenn wir auf ihren früheren Namen zurückgreifen dürfen — wohl der älteste jüdische Turnverein. (Stimmt wohl nicht ganz! Die Red.). Die Hoffnungen, die wir an diese Reorganisation knüpften, sind nicht getäuscht worden. Der Verein ist in schönem Aufschwünge begriffen und zählt heute bereits 95 Mitglieder. Geturnt wird am Montag Abend von 9—11 Uhr, ferner findet vierzehntägig am Donnerstag eine Vorturnerstunde statt. Was nun die turnerischen Leistungen anlangt, so verfügt die erste Riege über vorzügliche Turner, die Talent und Kraft besitzen und zu den besten Hoffnungen berechügen. Nur schade, dass der Besuch gerade dieser Riege so oft wechselt und zwar dadurch, dass vornehmlich aus ihr die Militärpflichtigen sich rekrutieren. Besonders schmerzlich empfinden wir es, dass eben deshalb auch unser erster Vorturner, Herr A. Jacobson, von uns scheiden muss. — Auch die übrigen Riegen bieten ein Bild schöner Entwickelung. Ein edler Wetteifer betätigt sich bei allen. Die Altersriege zählt 16 Mitglieder. Geplant ist die Einstellung eines zweiten Turnabends in der Woche, ferner die Gründung einer Damenabteilung, wofür bereits eine tüchtige Kraft als