Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 4 (4.1903)
- Date
- 1903-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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62 No. 4 eingehende Beschäftigung mit dieser Materie ist in jedem Falle doch notwendig, so dass ich mich mit dem Hinweise auf ein Buch, welches bei aller Kürze das Wissenwerteste und praktisch Erprobte vereinigt, begnügen kann, ich meine die „Anleitung für den Bau und die Einrichtung deutscher Turnhallen", im Auftrage des Ausschusses der deutschen Tupnerschaft bearbeitet von Dr. med. Ferd. Goetz und Prof. Dr. Hugo Rühl, (Leipzig, Eduard Strauch, Preis 3 Mk.) Das Buch bietet nebst einer grösseren Zahl anschaulicher Baupläne und Kostenanschläge eine anscheinend vollzählige Literaturangabe, sowie eine kürzere, aber ausreichende Darstellung aller fraglichen Punkte. Ganz besonders seien aus der dort angeführten Literatur die in der „Deutschen Turnzeitung" (seit 1883) enthaltenen Turnhallenbeschreibungen hervorgehoben. M. Zirker. Familien-Turnvereine. Die jüdischen Turnvereine erstreben ausser der Pflege des Turnens auch die Stärkung der jüdischen Gesinnung ihrer Mitglieder. Da sie aber, um dem ersteren Zweck gerecht zu werden, eine sehr häufige und höchst persönliche Anteilnahme jedes einzelnen Mitgliedes am Vereinsbetriebe erfordern, geraten sie leicht in die Gefahr, ihrem anderen Ziele in gewisser Weise wider Willen entgegenzuwirken. Sie entziehen nämlich durch die starke Inanspruchnahme die einzelnen ihren Familien. Die Familie aber ist und bleibt der wahre Mittelpunkt jüdischen Lebens, und es hiesse mit der einen Hand niederreissen, w*as man mit der anderen aufbaut, wenn man die Mitglieder dem Familienleben entfremdet, um im Verein jüdische Gesinnung zu pflegen. Wir stehen somit vor der Aufgabe, den Widerstreit der Interessen zwischen Verein und Familie auszugleichen. Da sich nun der Vereinsbetrieb nicht in die Familie verlegen lässt, so bleibt nur eine Lösung, nämlich die ■Familien in den Verein zu ziehen oder mit anderen Worten: die Teilnahme der Familien am Vereinsleben zu fördern., Die Beteiligung an den einzelnen Veranstaltungen würde sich verschiedenartig gestalten., Im eigentlichen Turnbetrieb ist eine wesentliche Veränderung wegen der. Trennung nach Alter und Geschlecht nicht zu erwarten. Unsere Brüder. und Schwestern können wir zu .möglichst zahlreicher und regelmässiger Teilnahme veranlassen; unsere Mütter werden wir freilich kaum auf dem Türnboden sehen, aber Unter unsern Vätern ist noch mancher, der in der Alten- Herrenriege seinen Platz ausfüllen könnte. Viel wichtiger ist der