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Jüdische Turnzeitung · 1903-04-01 · 4 (4.1903) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
4 (4.1903)
Date
1903-04-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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60 No. 4 Eigene Vereinsturnhallen. Die Frage nach ihnen ist, wie aus Zuschriften an unser Blatt erhellt, für mehrere jüdische Turnvereine akut geworden. Dass auch viele von den anderen Vereinen, die bisher von dieser Sorge nicht betroffen wurden, keinen Moment davor sicher sind, dass ihnen der Stuhl vor die Türe gesetzt wird, ist dem Eingeweihten kein Geheimnis mehr. Wie ist dem abzuhelfen? Von vornherein müssen wir uns darin einig sein, dass wir um keinen Preis auch nur ein Tüpfelchen unserer Prinzipien fallen lassen dürfen, auch wenn einzig und allein diese die Schuld anunsrer Ausweisung tragen. Und in der Tat, unsere Tendenzen, zu denen wir stets uns ehrlich bekannten, bilden fast ausnahmslos den Grund unserer Nichtaufnahme in den Turnhallen der städtischen und auch der jüdischen Behörden. Auch der jüdischen? So unglaublich es klingt, aber der Fall steht nicht vereinzelt da, dass jüdische Gemeinden jüdische Turnvereine einfach vor die Türe setzen, weil sie ihnen unbequem sind oder weil ihnen die „janze Richtung nicht passt!" Wir halten es für verkehrt, aus derartigem Verhalten eines doch nicht in aeternum gewählten jüdischen Gemeindevorstandes gleich die Konsequenz „Los von der jüdischen Gemeinde" zu ziehen und deshalb, wie es z. B. in Bielitz geschieht, einen Turnhallenbaufonds zu gründen, obwohl die brauchbare Halle der jüdischen Gemeindeschule durch geschickte Taktik, wohlverstanden unter Aufrechterhaltung der alten Prinzipien, durch lebhafte Agitation, durch persönliche Fürsprecher sicherlich im Laufe der Zeit wieder zu erlangen ist. Bis dahin heisst es eben einfach, sich gedulden und in irgend einem Saal interimistisch zu turnen. Anders liegt es freilich, wenn die jüdische Gemeinde des betreffenden Ortes keine oder keine brauchbare Halle besitzt, und der Verein notgedrungen auf die Benutzung staatlicher oder städtischer Turnhallen angewiesen ist. In solchem Fall erfolgt ein abschlägiger Bescheid seltener aus etwa entstehenden technischen Schwierigkeiten, z. B. übermässiger Inanspruchnahme der Halle durch andere Anstalten, sondern meist aus politischen Gründen, wie ganz besonders in Österreich, wo die am Staatsruder sitzende Partei ihre Macht brutal ausbeutet und in ihrem Hass den Angehörigen einer anderen Nationalität selbst die Möglichkeit nimmt, die reine, einfache Freude

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