Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 3 (3.1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3 49 bilden, deren Errichtung wir allen unseren Brudervereinen auf das dringendste empfehlen, weil sie geeignet sind, turnerischen Geist zu erwecken, turnerisches Wissen zu vertiefen und den Zusammenhang des Einzelnen mit dem Verein zu stärken. G. A. „Die Bestrebungen Friedrich Ludwig Jahns, das Turnen zur deutschen Volkssache zu machen«. Von Franz Swillus. Ein Beitrag zur Jahnfeier. Verlag von Gräfe und Unzer, Königsberg i. Pr. Preis 25 Pfg. Der Verfasser giebt in vorstehender kleiner Schrift ein kurzes, anregendes Lebensbild des Turnvaters, dessen Wirken und Streben er volle Gerechtigkeit angedeihen lässt. Mit Begeisterung weist er auf das stete Bemühen Jahns hin, das Turnen zur deutschen Volkssache zu machen. Für das jüdische Volk trifft dasselbe zu wie für das deutsche. Wir bedürfen des Turnens, vor Allem des volkstümlichen Turnens. Die Kenntnis der Jahn'schen Ideen ist darum auch für uns von grosser Wichtigkeit. Das Büchlein ist allen Turnfreunden bestens zu empfehlen. Th. Sch. Aus der jüdischen Turnerwelt. Berlin. Das Schauturnen, welches der Jüdische Turnverein „Bar Kochba" am 1. März in der geräumigen, für unsere Zwecke aber, wie es sich leider recht deutlich fühlbar machte, noch viel zu kleinen Turnhalle des Dorotheenstädtischen Realgymnasiums veranstaltet hat, bildet ohne Zweifel die bedeutsamste Kundgebung der jüdischen Turnsache in Berlin seit ihrem Bestehen. Wenn man erwägt, dass der „Bar Kochba" auf ein Alter von nur vier Jahren zurückblicken kann, dass ferner nicht geübte Vereinsturner, sondern meist Anfänger der Turnkunst sich ihm anschlössen, dass seine Bestrebungen schliesslich von „massgeblichen" Seiten alles andere als befürwortet wurden, so kann man sdne offensichtlichen Erfolge nur begreifen, wenn man sie der ausserordentlichen Begeisterung seiner Jünger für das von ihm verfochtene Prinzip und der ungewöhnlichen Energie und Arbeitsfreudigkeit des Vereinsvorstandes zuschreibt. Wir fahlen uns stark und gefestigt genug, um nicht der an anderen Orten leider zu viel gepflegten Selbsberäucherung und Selbstverhimmelung zu huldigen, können aber bei der schärfsten Kritik unserer eigenen Leistungen mit rjhiger, freudiger Gewissheit sagen, dass wir gewaltige Fortschritte machen. Der „Bar Kochba", der ein Jahr vorher nur halb soviel Mitglieder zählte und statt der heutigen sechs blühenden Abtheilungen im vorigen Jahre nur drei aufwies, hatte die Genugtuung trotz Nichtteilnahme seiner Mädchen- und II. Männerabteilung, fast