Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 3 (3.1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4921092-5965009-5965185--0662-4921718- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 3 47 Baues und Lebens unseres Körpers unter steter „Rücksicht auf die Erziehung des Körpers zur Gesundheit, Schönheit, Gewandheit, Kraft und Ausdauer". Die Aufgabe ist offenbar eine doppelte: Es handelt sich nicht bloss um die Wiedergabe des vorliegenden theoretischen Stoffes, sondern es gilt auch seine Nutzung für unsere körperliche Erziehung. Ist diese Aufgabe hier erfüllt? Eine gleich umfassende Arbeit liegt bisher nicht vor, sondern fast nur anatomische, physiologische, anthropologische, hygienische, turnerische, sportliche, künstlerische Einzeldarstellungen, die sich trotz gewisser Übersichtsreferate zu einer gewaltigen Stoffmasse angehäuft haben; hieraus das Rechte, Allgemeingiltige herauszuschmelzen in die umfassende Form des täglich Handlichen hinein, vermag nur, wer mit weitem Blick all dieses Einzelne als Persönlichkeit harmonisch aufgenommen hat. Das aber hebt das vorliegende Buch des bekannten Förderers der Jugendspiele über den Rang eines blossen „Sammelwerkes" empor. Der Inhalt gliedert sich in drei Teile, denen eine ausführliche Einleitung über die äusseren Verhältnisse und Formen des Körpers vorangeht, und ein kürzerer Anhang über das Übungsbedürfnis in den verschiedenen Lebensaltern folgt. Der erste Teil behandelt die Lehre von den Knochen, Gelenken und Muskeln, der zweite Herz und Kreislauf des Blutes, Lunge und Atmung, Haut, Verdauung und Ernährung, Harnorgane, Nervensystem, der dritte Teil endlich wird als Bewegungslehre der Leibesübungen bezeichnet. Jeder einzelne Unterabschnitt bringt zunächst die genaue Beschreibung des Organs, nicht trocken wie ein anatomisches Lehrbuch, auch nicht so ausführlich wie das bekannte Ranke'sche „Der Mensch", sondern stets unter dem Gesichtspunkt des praktisch Wichtigen; ebenso werden dann die einzelnen Lebensvorgänge behandelt und ihre hygienische, turnerische, sportliche Seite; dem Künstlerischen hätten wir gern einen etwas breiteren Raum zugeteilt gesehen. Wohltuend berührt überall die Klarheit und Anspruchslosigkeit der Sprache, die den Aufbau des ganzen Werkes klar durchschauen und das Verständnis der oft verwickelten Fragen fördern hilft. Einzelne Kapitel, wie die über Körperhaltung, Fi auenkleidung — Korsetfrage —, Lungengymnastik, Training sind besonders liebevoll behandelt; aus dem letzteren geben wir, zugleich als Beispiel der Schreibweise, die folgende Stelle wieder: „Das mit dem Zustand des Träniertseins verbundene