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Jüdische Turnzeitung · 1903-03-01 · 3 (3.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
3 (3.1903)
Date
1903-03-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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46 No. 3 Turnfrisur ihm doch wenigstens möglichst ähneln. Das Haar muss fest sitzen, jede Turnerin wird aus eigener Erfahrung wissen, welche Nachteile und Unbequemlichkeiten das lose aufgesteckte Haar bringt. Nicht nur, dass eine künstlich gemachte Frisur in der Turnstunde einen unturnerischen, sogar lächerlichen Eindruck erweckt, sie benachteiligt auch die Mitturnenden, denn eine Reihe frisirter Köpfe hindert die Leiterin an dem freien Ausblick über die Reihen. Hinsichtlich der turnerischen Ausbildung kann der wichtige Grundsatz nicht oft genug betont werden, dass, ohne Gefälligkeit und Anmut auszuschliessen, lässige, spielerische Bewegungen aus der Turnstunde verbannt seien. Wie sollen z. B. die Brustmuskeln gestärkt werden, wenn auf den Befehl „Rumpfbeugen'*" der Kopf nur ein wenig geneigt wird, die Armmuskeln, wenn beim Armstrecken die Arme im Ellbogengelenk einknicken! Den Frauen sind bei den Uebungen, besonders bei Gerätübungen Schranken gesetzt; der Organismus und das der Frau angeborene Feingefühl entscheiden über die Auswahl der Uebungen. Forcierung „männlicher" Uebungen wirkt schädlich auf den weiblichen Organismus, erregt Missfallen und schadet der Verbreitung des Frauenturnens. So wurde die Wahl der Uebungen der Frauenabteilung bei dem Hamburger Fest unangenehm empfunden trotz der an den Tag gelegten ausserordentlichen Turnfertigkeit. „Die Turnerinnen kommen nicht auf den Turnplatz, um Kunststücke zu lernen, sie turnen wirklich, um zu turnten, ihrer Gesundheit wegen". Buchbesprechungen. „Unser Körper", Handbuch der Anatomie, Physiologie und Hygiene der Leibesübungen, von Dr. F. A. Schmidt, Bonn, II. Aufl.; 643 Seiten, 557 Abbildungen. Preis 12 M., geb. 14 M. R. Voigtländer's Verlag, Leipzig. Das gut ausgestattete Werk wendet sich an einen weiten Leserkreis, an die „Männer und Frauen, die sich durch Leibesübungen gesund, stark, frisch und froh erhalten wollen", insbesondere an Turner und Turnlehrer, an Sportfreunde wie Athleten, Bergsteiger, Fussball-, Lawn-Tennis-Spieler, Radfahrer, Reiter, Ruderer und Schwimmer, an Schulmänner und Erzieher, an Ärzte, besonders Schulärzte, an Offiziere, schliesslich an Bildhauer und Maler. Zweck des Buches ist die ausführliche Darstellung des

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