Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 3 (3.1903)
- Date
- 1903-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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44 No. 3 mieden werden. Und diese werden wohl von den wenig begüterten Studenten nicht gemissbraucht werden. Schädlich ist hier, wie überall, das Uebermass. Da die individuelle Toleranz sehr verschieden ist, d. h. Einer mehr verträgt, als ein Anderer, so lässt sich ein bestimmtes, von Jedem stets einzuhaltendes Mass für das Tabakrauchen so wenig wie für andere Genüsse festsetzen. Ganz im Allgemeinen aber dürften 3, höchstens 5 leichte Cigarren mittleren Kalibers oder 8 bis 12 Cigaretten diejenige tägliche Menge darstellen welche bei länger fortgesetztem Rauchen nicht oder allenfalls nur in ganz seltenen Ausnahmefällen überschritten werden sollten. Vor dem 18. oder 20. Lebensjahre sollte überhaupt nicht mit dem Rauchen begonnen werden. Dass endlich bei gewissen Krankheitszuständen oder Krankheitsanlagen das Rauchen ganz zu unterbleiben hat, ist eigentlich selbstverständlich, wird aber im jugendlichen Leichtsinn gar zu oft vergessen. Zum Betrieb des Frauenturnens. Von R. Schoyer, Turnlehrerin. In unserer Zeit, da die eingewurzelten Vorurteile gegen das Frauenturnen immer mehr weichen, die Notwendigkeit der Gründung von Frauengruppen immer öfter eingesehen wird, muss auf den inneren Betrieb des weiblichen Turnwesens die grösste Sorgfalt gelegt werden. Ueber den Betrieb des Frauenturnens herrschen noch vielfach ganz entgegengesetzte Ansichten: die Einen sehen das Ideal des Frauenturnens im kraftvollen Männerturnen, die Anderen stellen Leibesübungen wie Gehen, Spielen, Tanz etc. mit den Turnübungen auf dieselbe Stufe und wünschen dementsprechend den Turnbetrieb mehr nach der leichten, spielerischen Seite zu gestalten. Die erstere Ansicht schiesst über das Ziel des Frauenturnens hinaus, die zweite kann dessen Ziel nicht erreichen. Das Turnen soll belebend, kräftigend auf den Körper wirken, manche körperliche Unbehaglichkeit beseitigen, die Glieder stählen, es soll vorbeugen gegen innere Krankheiten, die durch ungeeignete Blutzirkulation und äussere, die durch Erschlaffung der Glieder entstehen können. In seinem Nutzen gerade für uns Frauen wird das Turnen mit seiner Vielseitigkeit von keinem Sportzweig übertroffen. Radfahren und Lawn-Tennis sind teils einseitig, teils kostspielig, die Spaziergänge sind meist kurz bemessen, durch die Kleidung und Mode beengt, den Spielen selbst