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Jüdische Turnzeitung · 1903-02-01 · 2 (2.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
2 (2.1903)
Date
1903-02-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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24 No. 2 bemühte. Es war ein Anblick für Götter, resp. für einen trinkfesten Deutschen! Berauscht war natürlich niemand, oder er hätte schon eine solche extravagante' Einbildungskraft besitzen müssen, um durch das Singen der feucht-fröhlichen Trinklieder allein in jene seeligen Gefilde zu gelangen. Das Turnen fand nur in der Halle statt, Turnspiele kannte man nicht. Als Aequivalent hierfür hatte man football und criquet, welche Spiele mit der Jahreszeit miteinander abwechselten, ersteres in der relativ kälteren und letzteres in der relativ wärmeren Jahreszeit; denn von einem eigentlichen Winter nach unserem Begriff kann man ja in Afrika nicht sprechen. Diese Spiele fanden auch innerhalb des Turnvereins keine Stätte, sondern man pflegte sie in besonderen Clubs. Demgemäss fluctuirte der Turnbesuch auch mit der Jahreszeit, entsprechend der Zahl derjenigen Mitglieder, welche nur dann turnten, wenn gerade kein anderer Sport an der Tagesordnung war. Das Turnen wird eben von den Engländern nur als Sport aufgefasst, dient also nur zur Stählung des eigenen Körpers. Der nationale Gedanke, den wir mit dem Turnen zu verbinden gewohnt sind, ist dem Engländer nicht geläufig. Wie jeder Turnverein, vielleicht mit Ausnahme der Berliner Turnerschaft, hatten auch wir mit der Aufbringung der Summe zur Deckung der Unkosten beständig Schwierigkeiten. Da griffen wir zu einem Mittel, das unsere Existenz wenigstens für einige Zeit sicherte: wir änderten die Statuten dahingehend ab, dass die Zahl der vice-presidents (stellvertretenden Vorsitzenden) eine unbeschränkte sein konnte. Es wurden dann Cirkulare an alle Notabilitäten mit der Ankündigung erlassen, dass sie zu stellvertretenden Vorsitzenden der J. G. S. ernannt wären, und dass sie für diese Ehre £ 1,1 (21 Mk.) zu zahlen hätten. Zuweilen ging einer auf den Leim, oft aber auch nicht. Da das Geld im Lande des Goldes naturgemäss einen geringeren Wert hat, so waren auch die Mitgliederbeiträge bei uns nach deutschen Begriffen recht hohe: man zahlte zunächst £ 1,1 (21 Mk.) Eintrittsgebühr, und der Beitrag selbst betrug Mk. 5 pro Monat. Seit dem Jameson-Einfall in Transvaal 1896 bestand ein sogen. „Vrijwilligers Corps" in Johannisburg, zu dem Deutsche, Holländer, Schweden und Franzosen das Haupteontingent stellten. Diese Freiwilligen kamen regelmässig an bestimmten Tagen zusammen, wo sie dann von Offizieren, die aus ihrer Mitte gewählt waren, einexerziert wurden. Sie trugen bei dieser Gelegenheit auch

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