Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 1 (1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 9 gende Pflicht ob, allen diesen drei Arten des Turnbetriebs Geltung zu verschaffen. Nimmt auch das Hallenturnen den ersten Platz ein, so ist doch das Turnen, wie überhaupt jede Bewegung, im Freien schon aus Gesundheitsrücksichten so weit als möglich zu pflegen; Das Turnspiel in seiner grossen Mannigfaltigkeit, seiner auf Körper und Geist gleich anregend und fördernd wirkenden Eigenart, verdient vom beginnenden Frühling bis zum sinkenden Herbst betrieben zu werden. Die Turnfahrt soll jedoch zu allen Jahreszeiten unternommen werden. Auch im Winter ist das Wandern im Freien ein Genuss. Nicht nur der grünende Frühling und der welkende, bunte Herbst bieten landschaftliche Reize, Feld und Wald und Berg und Tal zeigen im weissen Gewände nicht minder ihre Schönheit. Die Turnfahrt soll den Körper stählen, kräftigen und abhärten, um den Unbilden der Witterung gewachsen zu sein. Ein wenig kalter Wind oder Regenschauer sollen keinen echten Turner von einer Fahrt zurückhalten. Nicht Schwächlinge sollen herangebildet werden in den Reihen der Turnvereine, sondern gesunde, abgehärtete Männer und Frauen, die im Kampfe mit den Stürmen der Natur fest gemacht werden sollen zum Kampfe mit den Stürmen des Lebens. In der frischen und reinen Luft der Berge und Wälder lernt man erst das grosse Gefühl kennen, das im beengenden Dasein der Grossstadt nicht aufkommen kann, das Gefühl, ein freier Mensch zu sein. Turnen und Freiheit sind so eng mit einander verwachsen, dass eines nicht ohne das Andere bestehen kann. Darum ist es Pflicht eines jeden Turnvereinsmitgliedes, sich an allen drei Arten der turnerischen Thätigkeit rege zu beteiligen, nicht nur das Turnen im begrenzten Räume eifrig zu pflegen, sondern auch das Turnspiel und die Turnfahrt in die freie Natur. Turnerische Erinnerungen aus Transvaal. Von Richard Soldin, vordem Turnwart der Jeppestown Gymnastic Society in Johannesburg. Als Schreiber dieser Zeilen im Jahre 1896 nach Johannesburg kam, existierten dort bereits 3 Turnvereine, deren Mitglieder sich aus Angehörigen der verschiedensten Nationalitäten, namentlich aber aus Engländern rekrutierten. Von Jugend auf an regelmässiges Turnen gewöhnt, entbehrte ich auf der fünfwöchentlichen Seereise naturgemäss die freie Bewegung im hohen Grade; einer meiner ersten Schritte war es daher, in Johannesburg einen geeigneten Turnverein ausfindig zu machen, und so trat ich alsbald der Jeppestown Gymnastic Society bei. In einer Halle, die den verschiedenen christlichen Vereinen