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Jüdische Turnzeitung · 1903-01-01 · 1 (1.1903) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
1 (1.1903)
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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8 No. 1 mehr von dem erhebenden Bewusstsein erfüllt werden, dass wir eine Aufgabe übernommen haben, wie sie schöner und edler kaum gedacht werden kann: dem durch Jahrtausende lange Knechtschaft geschwächten jüdischen Stamme die physische Kraft wiederzugeben und ein edles Selbstbewusstsein. Sub hoc signo vincemus! Turnen, Turnspiele, Turnfahrten. Von Theodor Scholem. Friedrich Ludwig Jahn, der Vater der deutschen Turnkunst in ihrer volkstümlichen Art, hat zuerst auf dem Turnplatze in der Hasenhaide zu Berlin mit dem Turnen in der Öffentlichkeit begonnen. An jedem Sonntage zogen die „weissen Racker," wie seine Schüler wegen ihrer weissen Kleidung genannt wurden, hinaus in die freie Natur, um unter der Leitung ihres Meisters ihren turnerischen Übungen obzuliegen. Bis zu den Zeiten der behördlich verfügten „Turnsperre" wurde während des Sommers im Freien geturnt. Im Winter wurden die Übungen ausgesetzt. Nach der Freigabe des Turnens und während der ersten Zeit das neubeginnenden Aufblühens der Turnerei in den Turnvereinen musste wiedeerum im Freien geübt werden. Die grosse, sich mehr und mehr entwickelnde Ausbreitung machte es den Vereinen zur Pflicht, Vorsorge zu treffen, um auch während des Winters turnen zu können. Dies geschah in den meisten Fällen zuerst in den zur Verfügung stehenden Reitbahnen, bis die allmählich entstehenden Turnhallen benutzt werden konnten. Im Laufe der Jahre wurde der Schwerpunkt der turnerischen Tätigkeit in die Hallen verlegt. Diese wurden zum Turnplatz, vornehmlich in den grossen Städten. So gross die Vorteile des Hallenturnens für den Zusammenhalt der Turner im Vereine waren, so sehr machten sich auch die Mängel fühlbar, hauptsächlich das Fehlen der frischen Luft, die Staubentwickelung, der begrenzte Raum u. s. w. Ein Ersatz war dringend notwendig und wurde zuerst in dem einfachen Mittel der Wanderung in's Freie, in Feld und Wald, gefunden. So entstand die Turnfahrt. In späterer Zeit machte sich das erweiterte Bedürfnis geltend, regelmässig an einem bestimmten Platze zusammenzukommen, um dort wie beim Beginne der Jahn'schen Turnerei zu üben. Als Ersatz, richtiger als Beihilfe für die nur in seltenen Fällen vorhandenen Turngeräte entstand das Turnspiel. So reihen sich Turnen im Saale, Turnspiel und Turnfahrt als geschlossenes Ganze aneinander, um der heutigen Turnerei ein harmonisches Gepräge zu verleihen. Nach des Tages Last und Mühen sucht der grossstädtische Turner die Halle auf. An den freien Tagen des Jahres soll und muss er sich so viel als möglich im Freien tummeln. Der Leitung der Turnvereine liegt die drin-

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