Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 12 (12.1902)
- Date
- 1902-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 12. 205. fiihrlich, mit Angabe der einzelnen Kommandos und Formationsskizzen der Tragerkolonnen behandelt. Wer die Esmarchsche „Erste Hälfte" zu umfangreich findet, wird in dem vorliegenden Buch genügend Stoff zum Selbststudium erhalten. G. A. Notizen. Druckfehlerberichtigung. In der Besprechung des Zlocistischen Buches „Vom Heimweg" durch Israel Auerbach in der vorigen Nummer unserer Zeitung haben sich bedauerlicherweise zwei sinnentstellende Druckfehler eingeschlichen, die wir hiermit richtig stellen wollen. Auf Seite 182 Zeile 8 von unten ist nicht die Rede von „erwachenden Kindern", sondern es handelt sich um „Erwachende Lieder"; dann heisst es in den auf Seite 183 zitierten Zlocistischen Versen: „Wenn diese Hoffnung mir verschwebte", nicht „vorschwebte". Jüdisches Volkshaus. In dem Wiener „Jüdischen Volksblatt" vom 5. Dezember 190a finden wir ein „Eingesandt", das uns ernster Beachtung wert erscheint. Es handelt sich darin um die Errichtung eines „Jüdischen Volkshauses". Ein ähnlicher Vorschlag war bereits einmal in „Ost und West" gemacht worden. Die Einrichtung desHauses ist etwa folgendermassen gedacht: In den unteren Stockwerken sollen Vereinsräume für zahlreiche jüdische Institutionen sein, der Arbeitsnachweis, Kreditinstitut, Lesehalle, Versammlungssäle für die Toynbee-Halle, Säle für Hochzeiten und andere Festlichkeiten. In den oberen Räumen wäre Raum für Privatwohnungen (in Ost und West waren hierfür besonders Studentenwohnnngen in Aussicht genommen), im Parterre wäre Platz für ein Restaurant, ein Bad und — eine Turnhalle. Die Baukosten sollen durch rückzahlbare (event. auch gering verzinsliche) Anteilscheine gedeckt werden. Das Projekt, meint der Einsender, würde finanziell von Erfolg sein, „denn die von den erwähnten Vereinen schon jetzt gezahlten Mieten, ferner die für die genannten anderen Lokalitäten einzunehmenden würden mit dem Erträgnisse des Bades einen nicht unbedeutenden Ertrag liefern. Nach Einlösung aller Anteilscheine könnte der weitere Gewinn diversen, dann sich ergebenden, nationalen und wohlthätigen Bedürfnissen zugewendet werden. Diese Idee eines jüdischen Volkshauses, die dort freilich nur für Wien ausgeführt wurde, erscheint uns ausserordentlich wertvoll. Wenn wir bedenken, dass dort ein Kinderheim und ein Kindergarten einzurichten, auf dem Hofe ein Schulgarten anzulegen wäre, dass vor allem auch die Haushaltungsschule hier ihr Heim finden würde, dass sämtliche jüdischen Bildungsvereine ihre Vorträge und Kurse abhalten lassen könnten, so zeigt sich uns eine Möglichkeit der Centralisierung aller jüdischen Wohlfahrts- und Kulturbestrebungen, die geradezu enthusiasmieren muss. Und die Verwirklichung dieses schönen Gedankens wäre bei gutem Willen nicht allzu schwer zu erreichen. E. T.