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Jüdische Turnzeitung · 1902-12-01 · 12 (12.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
12 (12.1902)
Date
1902-12-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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No. 12. 204. Bücherbesprechungen. Dr. Carl Cotta: Turngeschichte.*) Dies vor kurzem erschienene Büchlein giebt eine eben so kurze wie anschauliche und klar gefasste Übersicht der gesamten Turngeschichte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Der Verfasser hat es vortrefflich verstanden, ein getreues Bild der Entwicklung der turnerischen Leibesübuugen bei den Kulturvölkern des Altertums, der Gymnastik der Griechen, Römer und Germanen bis zur eigentlichen Begründung der deutschen Turnerei durch Guths-Muths und Jahn und weiter bis zur Spielbewegung der Neuzeit zu bieten. Streng objektiv ist die Betrachtung der mit der Turnerei verknüpften historischen Ereignisse. Die ebenso sachliche wie gerechte Beurteilung der schwedischen Gymnastik, ihres Begründers Ling und ihres Verfechters in Deutschland, Rothstein, verdienen volle Anerkennung. Der Verfasser enthält sich jeder Kritik der modernen turnerischen Vorgänge. Er erwähnt richtig, dass Jahn sein Volksturnen als eine deutschnationale Bewegung geschaffen hat. Nach Errichtung des deutschen Kaiserreiches erübrigte sich für die Turner das Streben nach der Einheit des Vaterlandes, die Jahns vornehmstes Ziel gewesen war. Neben der „deutschen Turnerschaft", die Cotta eingehend würdigt, entstanden noch andere Turnbewegungen, die sich alle auf der Jahn'schen Turnerei als solcher autbauten, ohne die übrigen Tendenzen des Turnvaters, an deren Stelle sie ihre eigenen Bestrebungen hervorhoben. Hiervon sagt Cotta kein Wort. Den Arbeiterturnerbund mit mehr als 40,000 Mitgliedern, den antisemitischen Turnerbund und — die jüdische Turnbewegung scheint er gar nicht zu kennen. In Anbetracht des ausserordentlich reichhaltigen Materials jedoch, das der Verfasser auf knappem Raum zu bewältigen hatte, ist sein Büchlein als eins der besten seiner Art zu bezeichnen. Mögen ihm auch nach der einen oder anderen Seite Mängel anhaften, so verdient es doch wegen seines übersichtlichen Aufbaues und seiner objektiven Darstellung weite Verbreitung. Th. Sch. R. Fried: Katechismus des Sanitätswesens**) Das „Standard work" über dieses wichtige Gebiet bleibt noch immer Esmarchs klassisches Buch „Erste Hülfe bei plötzlichen Unglücksfällen", das allerdings weit umfangreicher als das vorliegende ist, während sein „Samariter-Katechismus" nur zur Repetition des bereits geschulten Samariters dienen kann. Etwa in der Mitte zwischen beiden steht der vorliegende Katechismus. Der knappe, aber anschauliche Text unterrichtet, durch eine Anzahl guter Abbildungen unterstützt, über die Hülfeleistung, die dem Verunglückten oder plötzlich Erkrankten bis zur Ankuntt des Arztes geleistet werden kann. Das ganze ist auf den Sanitätsdienst der Feuerwehr zugeschnitten und dem entsprechend der Transport des Verletzten ganz aus- *) Erschienen in R. Voigtlaenders Verlag, Leipzig Preis 1 M. **) III. Aufl. München, Verlag der „Zeitung für Feuerlöschwesen". 61 Seiten, gebd. 1 M.

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