Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 12 (12.1902)
- Date
- 1902-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 12. 200. sehen misst? Diese unsere körperliche Abschätzung aber war bisher im allgemeinen auf die Statistik allein angewiesen. Die Resultate der Statistiken aber, herrührend aus den Volkszählungen, den Angaben von Nervenkliniken etc. etc. sind nichts weniger als eindeutig; vielfach verschwommen und ohne Berücksichtigung wichtiger Faktoren, dienen sie meist irgend einem Sonderzweck. Demgegenüber arbeitet die Forschungsmethodik, die Waldenburg anwendet, mit der notwendigen wissenschaftlichen Gründlichkeit; er zieht die Anthropologie hinzu, verfolgt die Stammbäume ganzer Familien, ja, er sucht sogar die vorgeschichtliche Forschung seinen Zwecken dienstbar zu machen. Solche Methodik erst kann unseres Erachtens den festen Boden .für eine wahrhafte, nicht tendenziöse Kenntnis unseres physischen Volkstums bereiten. Es ist oft, und auch in diesen Blättern, von einer körperlichen „Regeneration" unseres Stammes die Rede gewesen; meiden wir dieses Wort, sprechen wir in Zukunft lieber von einer „körperlichen Hebung" im Sinne der Erstarkung unserer Widerstandsfähigkeit (Muskel- und Nervensystem vornehmlich betreffend.) Denn Regeneration hat eine Degeneration zur Voraussetzung; solange abernach dem Zeugnis der Kundigen die Kenntnis der jüdischen Rasse und derjenigen Rassen, mit denen sie verglichen zu werden pflegt, aus so unzulänglichem Material wie bisher konstruiert ist, hat niemand das Recht, die jüdische Rasse als eine niedere und als degeneriert zu bezeichnen. Im Anschluss an diese Ausführungen machen wir unseren Lesern die Mitteilung, dass Herr Dr. Waldenburg in dankenswerter Weise uns für die nächste Zeit einen Aufsatz über den heutigen Stand der anthropologischen Erforschung unserer Rasse zugesagt hat. Auf diesem weiten Ge- * biete kann nur durch das Zusammenwirken möglichst zahlreicher Kräfte , etwas Erspriessliches geleistet werden; in jeder Stadt, in jedem Flecken fast giebt es jüdische Ärzte. Mögen sie als die berufenen Arbeiter an diesem Werke sich recht bald dieser ihrer Aufgabe bewusst werden. D. Red.