Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 12 (12.1902)
- Date
- 1902-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 12. 199. Inzucht und Verwandtenehen treten hier in den Hintergrund gegenüber dem seit Generationen herrschenden Alkoholismus „als dem Hirn- und Rassezerstflrer, als einer der bedeutendsten Ursachen echter, wirklicher Degeneration. Alkoholfreie und sittenreine Stämme spotten jeder Degeneration." Dieser Satz ist speciell auf die Juden gemünzt, deren häusliche Tugenden bekanntlich von' vielen als der Hauptfaktor für ihren Fortbestand selbst unter den elendesten Verhältnissen angesehen werden. Die praktischen Forderungen hieraus ergeben sich einem jeden von selber. Die Ausführungen Waldenburgs über „psychopathische Affinität", betreffend die Thatsache der Eheschliessung zwischen gleich- und ähnlich Belasteten, und seinen „cephaloplastischen Potenzierungseffect" haben auf unser Rassenthema ebenfalls Bezug und dürfen auch allgemein wissenschaftliches Interesse beanspruchen, sind aber für eine Wiedergabe an dieser Stelle noch nicht genügend spruchreif. Erwähnt werden mag noch eine der am Schluss der Dissertation abgedruckten sechs Thesen, deren Inhalt sich im Ganzen mit der neuerdings auch von Silvagni. *) vertretenen Thatsache deckt, dass die jüdische Rasse von der Ansteckung mit Pest und anderen Infectionskrankheiten weniger betroffen wird, wie ihre Umgebung, — „relative Immunität." Es wird hinzugesetzt, dass die letztere auf dem Wege der Erblichkeit durch Inzucht gesteigert, durch Zufuhr nichtjüdischen Blutes aber — direkt proportional — geschwächt wird. ' Überblicken wir das Besprochene, so sehen wir den Wert der Waldenburgschen Arbeit weniger in den dargebotenen Theorien, als in der Anhäufung eines reichen und gut gesichteten Materiales. Das Beispiel der Nordfriesen war eine Überraschung für uns, die wir gewohnt waren, ihnen a priori ein kerniges, mit allen Attributen des Germanischen ausgestattetes Wesen zuzusprechen. Wie, wenn dieser Stamm in seinem physischen Verhalten nicht vereinzelt unter den deutschen Bruderstämmen dasteht, wenn das Germanentum noch mehr derartige Gruppen einschliesst; sollte dadurch nicht eine Verschiebung in jener Gleichung eintreten, die die jüdische Physis an der germani- *) Dr. Ludw. Silvagni „La patolo&ia comparata ne&li Ebrei" (Rivista critlca dl Clinicä Medica. Rom, VII. 02), Referati „Jüdische Rundschau," 14. XI. 02. 11*