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Jüdische Turnzeitung · 1902-10-01 · 10 (10.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
10 (10.1902)
Date
1902-10-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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No. 10. 164. cipation geöffnet sind, wird es uns gehen wie den Indianern Amerikas und den Eingeborenen Australiens, denen mit dem Erscheinen des weissen Mannes die Lebensluft vergiftet ist. — Mitten in dererlei Betrachtungen hinein kommt eine neue Schrift und bringt einen frischen Zug in die Disskussion. Es ist eine Dissertation, die der Verfasser Dr. A. Waldenburg uns, als „den kraftvollen Jüngern Bar Kochbas", übersendet; sie trägt den Titel: „Das isocephale blonde Rassenelement unter Halligfriesen und jüdischen Taubstummen." Wir hätten keinen Grund, auf diese Arbeit in aller Ausführlichkeit einzugehen, wenn sie nicht durch ihr eigentümliches Gepräge und ihre wissenschaftlichen Resultate neben neuem Material mannigfache Anregung bieten würde, nämlich in rein wissenschaftlicher Hinsicht, dann in den speciell uns hier interessierenden De-und Regenerationsfragen und schliesslich vom allgemein jüdischen Standpunkt aus. Beginnen wir mit dem letzten, so fällt sofort ganz markant ein warmer Zug nationaljüdischen Empfindens auf, der bisher an wissenschaftlichen Untersuchungen zumal solchen, die „einer hohen medicinischen Fakultät" vorgelegt werden, ungewöhnlich ist. Das ist ein bemerkenswertes Symptom für das Erstarken unserer Idee; noch eins: der junge Anthropologe hat sieben volle Monate auf den einsamen Hallig-Inseln Nordfrieslands zugebracht, um seinem Ziele der anthropologischen Erforschung der jüdischen Rasse, näher zu kommen. Es lag ihm daran und das führt uns auf die wissenschaftliche Seite seiner Schrift, Rasse mit Rasse zu vergleichen. Nach einer solchen aber sah er sich in Deutschland vergebens um. „Eine Rasse ist da: das ist Israel! Aber wo ist die andere? Wo die Rasse der blonden dolichocephalen*) „Germanen"?! Ich wähnte sie dort zu finden, wo Meer- und Sturmfluten Menschen von Menschen scheiden, dort wo die Werften der Halligen als Inzuchtburgen mitten aus den Wassern auftauchen und ihnen trotzen, wie die Menschen, die mit Todesverachtung den Kampf mit den Elementen aufnehmen und lieber das Grab in den Fluten als fern von der Scholle suchen. Aber die Rasse, die ich mit der meinigen vergleichen wollte, sie muss wohl schon lange ihr feuchtes Grab bewohnen, denn über ihrem Grabe fand ich nur noch feuchte Kehlen und entdeckte die Ursache des Untergangs dieser einst so festen Rasse". •) Als germanischer Rassencharakter gilt besonders der Im Verhältnis zur Breite lange Schade), blondes Haar, blaue Iris.

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