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Jüdische Turnzeitung · 1902-07-01 · 7 (7.1902) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
7 (7.1902)
Date
1902-07-01
Page
[Seite] (sequence 16)
Language
German
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No. 7. 122. fast militärischen Zug, der in dem Verein herrschte, aufs angenehmste überrascht. Es mochten etwa 25—30 Herren auf dem Turnsaal gewesen sein, die, in zwei Riegen geteilt, eifrig und mit Erfolg es ihren Vorturnern nachthaten. Der Halberstadter Turnklub scheint auf dem besten Wege zu sein, das von ihm angestrebte Ziel einer möglichst gleichmassigen Ausbildung aller Mitglieder durch einfachere, exakt ausgeführte Übungen zu erreichen; er sieht weniger darauf, durch Gipfelleistungen einzelner Turner aufzufallen, obwohl damit nicht gesagt sein soll, dass nicht auch schwierigere Übungen geboten wurden. Dem Turnen schloss sich ein geselliges Beisammensein beim Glase Bier an, wobei vor allem dem Gedanken der Gründung eines Verbandes von beiden Teilen entschiedener Ausdruck gegeben wurde. Am folgenden Morgen bei der Abfahrt überbrachte uns der Turnklub durch sein überaus rühriges Vorstandsmitglied Herrn Karl Goldschmidt noch seine letzten Grüsse, und wir schieden, von dem warmen Empfang und der herzlichen Gastfreundschaft aufs angenehmste berührt, mit den freundlichsten Erinnerungen von der alten Bischofsstadt. z. Berlin. Eine Nacht- und daran anschliessend eine Tagesturnfahrt unternahm der „Bar Kochba" am 19. und 20. Juli von Rahnsdorf über Erkner nach Fürstenwalde, wo wir gemeinschaftlich mit den unter Führung von Dr. Biram hier erschienenen Turngenossen des neugegründeten Frankfurter Turnvereins „Jung-Juda" nach Dorf Rauen und den Rauenschen Bergen wanderten. Auf deren Gipfel liegen zwei grosse erratische Blöcke, aus deren einem die im Berliner Lustgarten befindliche Schale (der Volksmund nennt sie den „grossen Spucknapf") gehauen wurde. Unser Weg. führte uns weiter durch schönen Eichen- und Nadelwald, dessen Boden mit Blaubeersträuchern, soweit das Auge sehen konnte, bedeckt war, nach der für Berliner Ruderer und Segler äusserst erreichbaren Spitze des Scharmützelsees, des grössten märkischen Seebeckens. Nach einer längeren Rast, die die einen mit Kegelspiel, andere mit einer süssen Siesta ausfüllten, ging es auf traurigen Sandwegen nach dem freundlichen, jenseits alles Verkehrs liegenden Storkow. Mit einem kräftigen „Hedad" auf den Frankfurter Bruderverein, das ebenso starken Widerhall fand, trennten wir uns auf Bahnhof Storkow. Ebenso wie in Halberstadt hat auch hier der persönliche Verkehr zur Folge gehabt, dass der Wunsch nach einem alle jüdischen Turnvereine eng umschliessenden Bande lebhafteren Ausdruck fand. Berlin. Pfingstturnfahrt der Männer- und Lehrllngnabteilung. Graue Wolken bedeckten den Himmel, als wir uns am Morgen des Pfingstsonntnges vor dem Stettiner Bahnhofe versammelten. Bei dem starken Andränge waren wir leider gezwungen, auf den schwellenden Polstern der zweiten Wagenklasse uns zu verweichlichen. Doch nur bis Biesenthal. Auf dem schönen Waldwege von Biesenthal nach Eberswalde überraschte uns der erste Guss, und vermummt in unseren Plaids drückten wir uns den Chausseerand entlang. Unsern Gesang, der uns über die Wässrigkeit dieses Lebens hinweghelfen sollte, konnte der Regen nicht ertragen — er verzog sich. Nachdem wir in Eberswalde gefrühstückt hatten und nach Falkenberg gefahren waren, wo wir von der Carlsburg einen prächtigen Rundblick genossen, zogen wir gen Freienwalde. Da sich indessen der Himmel aufgeklart hatte, konnten wir vom Ruinenberge aus den Oderbruch weit hinaus überschauen. Wie ein Silberstreifen zog sich der Kanal durch das Gelände. Nach angenehmer Mittagsrast, während deren sich auch der Ifegen zu neuer Thatigkeit stärkte, um uns für den Rest der Turnfahrt

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