Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 7 (7.1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7. 121. Aus der jüdischen Turnerwelt. Berlin. Jüdischer Turnverein „Bar Kochba". Am 8. Juli fand die ordentliche halbjährliche Hauptversammlung bei Neumann, Rosenthalerstr. 38, statt. Die Leitung hatte in Vertretung des verhinderten Vorsitzenden und seines Stellvertreters der erste Schriftführer Elias Auerbach in Händen. Als erster Punkt der Tagesordnung waren die Berichte der Vorstandsmitglieder angesetzt. Turnwart Blum erstattete zunächst den Turnbericht der Männerabteilung. Die Mitgliederzahl ist gewachsen, der Turnbesuch jedoch noch sehr unregelmässig. Der Turnwart schrieb diesen Umstand den leider vorhandenen äusseren Mängeln des Turnbetriebs zu. — Der Bericht der Frauenabteilung konnte durchweg Erfreuliches bieten. Auch die Lehrlingsabteilung, über die Turnwart Katzky berichtete, hat sich bedeutend gehoben. Der Betrieb ist gegen das Vorjahr verdoppelt. Von Veranstaltungen des Vereins sind zu erwähnen: Der Vorturnerkurs in der Männerabteilung, der Samariterkursus in der Männer- und Frauenabteilung, der Krankenpflegekursus der Frauenabteilung. Es fanden zwei Schauturnen und drei Turnfahrten statt. Es folgte der Bericht des Zeugwarts, des Schriftführers und der Zeitungskommission, der von einer weiteren Ausbreitung unserer Zeitung berichten konnte. Der Hauptkassenführer konnte die Finanzlage als die günstigste seit dem Bestehen des Vereins bezeichnen. Hierauf wurden die von einer Statutenkommission und vom Vorstande in gründlichen Beratungen neubearbeiteten Statuten der Hauptversammlung vorgelegt und in der Fassung des Vorstandes mit geringen Änderungen angenommen. Die beiden Schriftführer Auerbach und Blumenthal legten ihre Ämter wegen äusserer Verhältnisse nieder. Die Neuwahl fiel auf Hermann Jalowicz Und Jules Weil. Ferner wurde Weinberg als stellvertretender Turnwart der Lehrlingsabteilung bestätigt. Der dritte und letzte Punkt der Tagesordnung, die Erledigung der eingelaufenen Anträge, konnte der vorgerückten Zeit wegen nicht mehr verhandelt werden. Die Hauptversammlung musste vertagt werden. Berlin. Von unserer, trotz schlechten Wetters prächtig verlaufenen Pfingstturnfahrt nach dem Harze, deren ausführliche Beschreibung uns die Leser schenken werden, möge nur der schöne Abschluss unserer Wanderung, nämlich unser Besuch beim Halberstadter Turnklub, mit einigen Worten berührt werden, schon deshalb, weil wir uns davon versprechen, dass unser Beispiel, die Brudervereine am Orte ihrer Wirksamkeit aufzusuchen und durch mündlichen Gedankenaustausch einander naher zu bringen, allenthalben Nachahmung finden werde. — Am 22. Mai trafen wir abends auf dem Bahnhof in Halberstadt an, begrüsst von einer Deputation der Halberstädter Turngenossen, die bereitwilligst für Quartier sorgten und uns, nach der notwendigen kurzen Restauration, gleich zum Vereinsturnabend mitnahmen. Wenn auch die Lage der Turnhalle und deren innere Einrichtung viel zu wünschen übrig liess, so waren wir doch von dem straffen,