Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 7 (7.1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7. 117. jedoch nur dann erreichen .können, wenn wir uns über die gesundheitlichen Bedingungen weiblicher Leibesübungen klar werden und die Grenzen, die uns der weibliche Organismus zu ziehen befiehlt, beachten. Die Erfahrungsthatsache, dass der menschliche Körper nicht nur Schaden leidet, wenn er ungeübt bleibt, sondern auch bei der Pflege körperlicher Übungen und gerade durch diese geschädigt werden kann, gebietet uns, alle Fehler im weiblichen Turnen, dessen Bestand noch nicht so fest ist, dass er nicht durch Missgriffe erschüttert werden könnte, nach Möglichkeit zu vermeiden. Und „darauf kommt nun allerdings alles an, da eine ungeschickte Behandlung der Sache den gegen sie noch herrschenden unzähligen Vorurteilen reichliche Nahrung bieten muss, wie denn überhaupt die Gymnastik vielleicht ebensoviel von deren Freunden wie von ihren Feinden zu leiden gehabt hat." Wenn wir Turner ständig die Notwendigkeit einer mens sana in corpore sano betonen — es giebt Leute, die als Raritäten turnerische Reden und Abhandlungen sammeln, in denen der Verfasser auf dieses alte Lateinerwort Verzicht leistet, — so haben wir zu erwägen, dass nicht Kraft, Ausdauer, Gewandtheit und Anmut weder allein noch im trauten Bunde miteinander das Endziel des Turnens ausmachen, sondern die Gesundheit, die durchaus nicht jene Eigenschaften zur unerlässlichen Bedingung hat. Es verlohnt sich darum wohl der Mühe, die Bedingungen kennen zu lernen, unter denen das Mädchen- und Frauenturnen den gesundheitlichen Anforderungen entspricht. Turnstätte. Um bei unserm wechselnden und oft rauhen Klima die Turnübungen bei ungünstiger Witterung nicht ganz unterbrechen zu müssen, wird für den geregelten Turnbetrieb ein gegen Witterungseinflüsse geschützter Turnraum, der hell, gut gelüftet und staubfrei sein sowie die notwendige Ausdehnung und Höhe besitzen muss, zur Notwendigkeit. Doch wenn selbst auf die peinlichste Sauberkeit in der Halle gehalten wird, selbst wenn ein Vorraum vorhanden ist, in dem die Kleidung gewechselt wird, so können wir die Staubentwickelung doch nicht völlig vermeiden und infolge dessen die Dauer- und Schnelligkeitsübungen, die für das weibliche Geschlecht wichtigsten Übungen, die einerseits nur in guter Luft ihren ganzen Wert erhalten, andererseits von neuem Staub aufwirbeln, nicht genügend berücksichtigen. Seien wir stets darauf bedacht, das weibliche Turnen, dem schwächeren weiblichen Organismus mit seinem gesteigerten Sauerstoffbedürfnis ent-