Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 7 (7.1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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ao. 7. 113. nur suchen sie lächerlicher Weise diese Werte, weil es jüdische sind, in Unwerte umzuwerten, worin die erbärmlichen Idioten von jüdischen Antisemiten mit ihnen übereinstimmen. Die Nutzanwendung aus dieser Feststellung ergiebt sich von selbst. Wir haben von .Natur die unerlässlichen geistigen Vorbedingungen aussergewöhnlicher athletischer, turnerischer Leistungen. Die körperlichen Voraussetzungen, ein gewisses Mass von Muskelstärke, sind durch Übung zu erlangen. Wir haben also alles, was nötig ist, um uns als Turner ebenso glänzend zu bewähren wie als Pfleger aller Geistesdisziplinen. Das sind keine blos theoretischen Vermutungen oder Annahmen. Es ist bekannt, dass einige der berühmtesten Zirkustruppen fast ganz aus Juden bestehen, dass unter den Artisten Juden unverhältnismässig zahlreich sind und dass viele Juden es im Stössfechten häufig zu grosser Meisterschaft bringen. Wir brauchen also nur zu wollen, um als Turner mit den ersten Platz zu erringen. In einer Menschenumgebung, die Geistestüchtigkeit zu verachten vorgiebt, weil sie sie nicht immer in demselben Masse besitzt wie der Jude, die dagegen mit körperlichen Eigenschaften protzt, weil sie damit besser ausgerüstet zu sein glaubt als der Jude, wäre es von hohem Werte für unsere Stellung, wenn wir die feindseligen Schmäher auch aus ihrem letzten Verhau hinausjagen und zur, sei es auch noch so widerwilligen, Anerkennung der Thatsache zwingen würden, dass wir es ihnen als Turner ebenso spielend mindestens gleichthun wie als Hirnarbeiter. Mir liegt dabei nicht etwa daran, dass Antisemiten eine bessere Meinung von uns bekommen. Was diese Leute von uns denken, ist uns einerlei. Aber wir müssen bedenken, dass der Jude _ in der Zerstreuung nun einmal gegen die nicht-jüdische Meinung besonders empfindlich ist und an sich nur schätzt, was seine nicht-jüdische Umgebung als Wert anerkennt. Wenn der Jude sich als Turner, Fechter u. s. w. anerkannt, womöglich bewundert sieht, so wird das auf sein Selbstgefühl noch viel erhebender wirken als die Sicherheit und das Kraftbewustsein, die seine turnerischen Leistungen notwendig in ihm grossziehen. Diese mittelbare Wirkung der turnerischen Ausbildung hat für uns eine Bedeutung, bei der zu verweilen sich wohl erübrigt.