Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 7 (7.1902)
- Date
- 1902-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 7. 111. den ersten Wochen nach seiner Einstellung. Spezifisch jüdisch sind die Falstaff-Rekruten schlechterdings nicht. An Stattlichkeit lässt der Jude allerdings zu wünschen übrig. Dies fällt besonders in den Ländern mit vorwiegend germanischer und slavischer Bevölkerung auf; in den romanischen weit weniger. Ich war früher, vielleicht etwas voreilig, geneigt, den Wuchs des Juden für zurückgeblieben, seine meist geringe Körperlänge für eine Entartungserscheinung zu halten. Ich bin in dieser Anschauung in der letzten Zeit schwankend geworden. Zu einer wissenschaftlich ausreichend begründeten Überzeugung zu gelangen ist sehr schwer, da ja die Anthropologie und Ethnographie des jüdischen Stammes beinahe gänzlich unerforschte Gebiete sind. Wir wissen also nicht, ob die Juden ursprünglich grössere Körperlänge hatten und erst infolge ihrer ungünstigen Lebensbedingungen verkümmerten oder ob sie schon von allem Anfang eine Rasse von unansehnlichem Wuchs waren. Gräberfunde, die über diesen Punkt Licht verbreiten könnten, sind mir nicht bekannt. Auch müssten sie, um vollen Beweiswert zu haben, einigermassen zahlreich und ihr jüdischer Charakter müsste über jeden Zweifel erhaben sein. Die Zeugnisse aus dem Altertum sind nicht eindeutig. Auf den ägyptischen und assyrischen Denkmälern lassen die Abbildungen von Juden nicht vermuten, dass sie dem Künstler kleiner erschienen' als ihre nicht jüdische Menschenumgebung. In Rom Hessen sich Juden von riesigem Wüchse gegen Eintrittsgeld in Schaubuden sehen. Andererseits lassen Bemerkungen der Bibel darauf schliessen, dass die Juden in Palästina Volksstämme als Nachbarn hatten, die sie an Wuchs bedeutend überragten. Man denke nur an die „Enakssöhne" und die Schilderung Goliaths im Verhältnis zu David. Es bleibe also dahingestellt, ob wir klein geworden oder immer klein gewesen sind. Nicht zu leugnen ist, dass wir gegenwärtig durchschnittlich etwas kleiner sind als Deutsche Russen, Angelsachsen, und Skandinaven, wenngleich mindestens ebenso gross wie Franzosen, Italiener, Spanier, Rumänen und Magyaren. Es wäre jedoch völlig verfehlt, geringere Durchschnittslänge mit Schwächlichkeit und Unbeholfenheit gleichzusetzen. Man halte sich' zwei biologische Grundthatsachen vor Augen: es giebt beim gesunden Menschen keine natürliche, unabänderliche Muskelschwäche, und man führt verwickelte Bewegungen, also 7«