Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 5 (5.1902)
- Date
- 1902-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5. 86« Regungen einer sehnsüchtigen Phantasie oder bannt sie in die geheimen Kammern des Binnenlebens, welche sie, wie uns die Geschichte der jüdischen Moderne lehrt, nicht selten als erhabene künstlerische Gebilde verlassen, in denen sie aber gar oft hinführen zu einer schrillen Dissonanz, zu einem unheilbaren Riss der Seele. Indem uns die vorliegende Erzählung alle diese Gefahren, welche, sich von Geschlecht fortwälzend, die Psyche unserer Ghettojugend bedrohen, zum Bewustsein bringt, lässt sie uns dankbar anerkennen alle Anstrengungen, welche der neuerwachte Jugendgeist macht, um Luft und Licht, Freiheit und Schönheit hineinzutragen in dumpfe Winkel, nicht zum wenigstens aber die Anstrengungen, welche die jüdische Jugend aus sich selbst heraus unternommen hat, die körperliche Ausbildung zum Gemeingut unseres Volkes zu machen und dadurch den mächtigsten Schutzwall aufzurichten gegen Entgleisungen des Geistes und Entartungen des Gemütes. Aus der jüdischen Turnerwelt. Inr Beachtung für die Schriftführer! Die Manuskripte dürfen nur »uf einer Seite und nicht tu eng beschrieben werden. Berlin. Jüdischer Turnverein „Bar Kochba." Am 8. Mal unternahm, von Wanderwetter begünstigt, unsere Frauenabteilung einen Turnausflug nach Strausberg und dem Blumenthal. Schon um ljt7 Uhr früh entführte uns die Bahn nach dem Ostbahnhof Strausberg. Nun marschierten wir über Schlagmühle, Marlenberg nach Stadt Strausberg, dessen Lage am Strausssee von dem der Stadt gegenüberliegenden Ufer, dem sogenannten „Jenseits", besonders reizend erscheint. Nach einem kurzen Aufenthalt Im „Jenseits", In dem es viel gemütlicher zugeht, als man gewöhnlich liest oder träumt, ging es unter mancherlei bald genommenen Hindernissen nach dem Inland- und den Lattseeen und von da nach Forsthaus Blumenthal, dessen prächtiges Panorama, in seinem Vordergrunde knorrige, vielästige Eichen, etwas herbstlich anmutet. — Darauf zu Wagen, helssa juchheissa, nach Forsthaus Heidekrug und dann wieder zu Fuss durch den Gamengrund und am Gamensee nach Bahnstation Tiefensee. Abends gegen 12 Uhr landeten wir wieder in Berlin und schliefen mit dem Bewusstseln, einen Marsch von fast vier Meilen hinter uns zu haben, bald den Schlaf der Gerechten.