Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 5 (5.1902)
- Date
- 1902-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6. 76. zu wählen, allmählich werden dann die Ansprüche höher gestellt, Natürlich ist es oft sehr schwer, die Grenze zwischen Schwäche und Krankheit zu finden. Das ist Sache des Arztes, dem die Aufgabe zufallen müsste, diese Reihe Turner nach gewissen Zeiträumen wiederum zu untersuchen. Wenn die Schwachen nur unter bestimmten Cautelen turnen, werden sie gekräftigt, ihr Appetit, ihr Gewicht nimmt zu; der Verein andererseits gewinnt nach und nach vollkommen leistungsfähige Mitglieder, während er bis dahin an ihnen nur Turner zweiter Klasse gehabt hatte. Die Schwachen, sonst aber Gesunden, sind gewissermassen Rekruten des Vereins, nicht seine Invaliden, wie die Kranken. Das ist der Unterschied! Bezüglich der Organisation der ärztlichen Untersuchung haben wir an Vereinen anderer Art Beispiele. Mit einer Anzahl von Ärzten wird ein Übereinkommen seitens des Vereins getroffen derart, dass sie jeden, der Mitglied des Turnvereins werden will, vorher auf seinen Gesundheitszustand untersuchen und auf einem Attest die Tauglichkeit des Bewerbers bescheinigen. Hierbei braucht der Name der Krankheit nicht angegeben zu werden, denn dann verweigert der Betreffende vielleicht von vornherein die Untersuchung aus Furcht, seine Krankheit könnte irgend jemand aus dem Attest ersehen. Also: unbestimmte, aber dennoch für die Aufnahmebedingungen ausreichende ärztliche Angaben. Bezüglich der weiteren Einzelheiten Vorschläge zu machen, würde hier zu weit führen. Mir war nur darum zu thun, die Notwendigkeit einer vorherigen ärztlichen Untersuchung und den Nutzen, der den Vereinen dadurch erwachsen würde, darzulegen, hoffen wir zum dauernden Wohle der jüdischen Turnerschaft. Das Turnen der Mädchen und Frauen. Von Richard Blum. II. Begründung und Bedeutung des Mädchenturnens. Wie die erwachende Sonne erst die Spitzen der Berge erleuchtet und allmählich ihre Strahlen in das Thal hinabsendet, so geht es auch mit neuen Gedanken, die in das Volk dringen sollen. Erst nur von wenigen hervorragenden Geistern erfasst und ge-