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Jüdische Turnzeitung · 1902-05-01 · 5 (5.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
5 (5.1902)
Date
1902-05-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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No. 6. 76. besonderen Pflege ihres Körpers und müssen von Gesundheit wegen den eigcnüichen Turnern fern bleiben. Speziell bezüglich der Notwendigkeit, Lungenkranke vom Vereinsturnen auszuschließen, möchte ich noch die wichtige Thatsache bemerken, dass solche Massregeln sch0n um der Gesunden willen nötig sind, da die Ansteckungsgefahr bei solchen Patienten immer besteht, besonders dann, wenn sie husten und auswerfen. Der Verein handelt also nur in seinem eigenen Interesse, wenn er nur gesunde Menschen aufnehmen, kranke aber abweisen würde. Letztere fallen zudem dadurch, dass sie nach einer gewissen Zeit nicht mehr die erforderliche Kraft und Ausdauer zu guten turnerischen Leistungen besitzen, dem Vereine zur Last, denn dieser muss Rücksicht auf die Betreffenden nehmen, muss leichtere Frei- oder Geräteübungen anstellen lassen, sodass die Ausbildung der Gesamtheit zu wünschen übrig lässt. So erheischt denn das beiderseitige Interesse, der Kranken, wie des Vereins, eo ipso den Ausschluss, nicht nur derjenigen, welche dem Vereine beitreten wollen, sondern auch derer, welche ihm bereits angehören. Alle müssen untersucht werden, denn niemand weiss, ob er wirklich gesund ist; darum ist eine ärztliche Untersuchung für den, der am Vereinsturnen teilnehmen will, dringend erforderlich. Ich hatte im Anfang Militär und Turneischaft, oder besser gesagt: militärische und turnerische Organisation miteinander verglichen. Was nun die Erkrankungen anbelangt, so ist die Turnerschaft durch das Ausscheiden einer grösseren Anzahl erkrankter Mitglieder ungünstig gestellt im Vergleich zum Militär, denn beim Turnverein ist der verhältnismässige Ersatz lange nicht so leicht zu beschaffen wie beim Heere. Sollten aber wirklich viele Mitglieder durch Krankheit ausscheiden, so müsste dieses der Verein zu tragen wissen, bedenkend, dass er bald Ersatz finden wird unter der begeisterungsfäbigen, gesunden jüdischen Jugend und in der klaren Erkenntnis, dass nur mit gesunden Menschen das Turnen erspriesslich ist. Noch Eines ist zu sagen und zwar hinsichtlich der körperlich Schwachen. Mit diesen steht es anders als mit den Kranken. Allerdings leuchtet schon dem Nichtarzt ein, dass schwächliche, sonst aber gesunde Menschen nicht körperlich dasselbe leisten können wie kräftige. Daher sind entsprechend leichtere Übungen 5*

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