Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 4 (4.1902)
- Date
- 1902-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4. die meisten deutschen Turnschriftsteller, auch einmal vom Standpunkte der andern urteilen kann, deren seelischen Zustand er mit durchdringenden Augen erforscht. Karl Mann hat unsere Idee in ihrem Kerne erfasst und lässt bei der Prüfung ihres Wertes jeden Rassenpartikularismus bei Seite. Wir geben hiermit einzelne Stellen des Aufsatzes wieder: „In deutschen Turnvereinen fühlen Juden sich selten recht wohl und meiden sie daher; obschon gleichberechtigt haben sie oft Grund, sich nur als geduldet zu fühlen. Gerade den Angehörigen der jüdischen Rasse indess thut der Betrieb von Leibesübungen am dringendsten not. Wenn man von osteuropäischen Ghettojuden absieht, die meist in gedrückter sozialer Lage unbewusst ihrer Naturentfremdung und geistigen Verkümmerung dahinleben, so ist es eine bedauerliche Thatsache, dass die grosse Mehrzahl der im Daseinskampfe stehenden „Kulturjuden" unter den Folgen einer einseitigen frühreifen Ausbildung ihrer Geistes- und Verstandeskräfte schlimm leidet. Nur der zähen Lebenskraft, die dank der durchschnittlichen Massigkeit in den meisten Gliedern dieses uralten Stammes steckt, hat das Judentum es zu danken, dass die heute unleugbare physische Unterwertigkeit — im Vergleiche zur germanischen Rasse — nicht bereits zu einer allgemeinen nervösen Entartung geführt hat, wie sie sich bei vielen Einzelnen in wachsendem Masse zeigt. Dieser Einsicht verschliessen sich eine Reihe ehrlicher Manner unter den Juden nicht, und da von dem „Rechte" der Teilnahme an Turnvereinen, Sport- und Spielklubs auch fürderhin nicht sonderlich viel mehr zu erwarten ist, als die Erfahrung bisher lehrte, so befördert die für eine nationaljüdische Kultur arbeitende Bewegung des „Zionismus", der eine Reihe Geistesaristokraten des Judentums angehören, u. a. auch die Bildung jüdischer Turnvereine. Diese gelten den Führern nur als erste Anlage zu kräftigen Abwehrvereinen gegen die einseitige bedrohliche Betonung des Intellektualismus in der jüdischen Erziehung..... ......Männer brauchen wir, Kraftmänner, Muskeljuden!" ruft Nachtal aus. — Er fordert eine Erziehung der Juden zur Kraft, zu bewusster Kraft. Ich glaube, auch diese fast wie ein Verzweiflungsschrei klingende Forderung eines rumänischen Juden wird sich in absehbarer Zeit, in Deutschland wenigstens, erfüllen. Das noch weltverbreitete Vorurteil, dass die semitische Rasse von Natur und seit Anbeginn physisch minderwertig, und dass ein Stigma des jüdischen Charakters der Mangel an Mut sei, ist bei ernster Prüfung nicht als unbedingt wahr erweislich, wenn man das eigenartige Schicksal gerade dieser Rasse berücksichtigt Auch vom Standpunkt der Völkerpsychologie Hesse sich dazu viel sagen. Aber ohne bis auf Alt-Judas Kriegstüchtigkeit und den Helden David zurückzugehen, will ich nur auf die Thatsache hinweisen, dass auf verschiedenen Gebieten der Leibesübungen (Turnen, Laufen, Schwimmen, Fechten, Fussball und Tennisspiel, Athletik, Radfahren) etwa ein Dutzend Juden mit Proben aussergewöhnlich grosser Kraft, Ausdauer und Geschick-