Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 4 (4.1902)
- Date
- 1902-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4. 68. lichkeit bekannt geworden sind. (Alfred Flatow-Berlin z. B. wurde 1. Sieger auf dem 9. Deutschen Turnfest Hamburg 1898.) Es scheint durchaas logisch, anzunehmen, dasa tüchtige and höchste Leistungen körperlicher Kraft, Gewandtheit und Ansdaner von Juden jetzt unter dem anregend-begeisternden Einflüsse gemeinsamen Kämpfens um den Ruf ihrer Ebenbürtigkeit viel öfter zu Stande kommen werden, als das bisher möglich war und von einzelnen versucht wnrde in dem die Thatkraft lahmenden Gefühle, alleinstehend und nnbeachtet gegen ein übermächtiges Vorurteil anzukämpfen. Das heutige Kulturjudentum mit seiner teilweisen körperlich-nervösen Entartung möge den geistig herrschenden Rassen eine ernste Mahnung sein, die Intelligenz und Verstandeskultur, zugleich mit Vernachlässigung der seelischen Seite ihres Wesens, nicht weiter zu treiben, als sie der Körper schadlos ertragen kann." Mögen diese Worte eines Nichtjuden, die sieb einem jeden als Ausdruck bester, ehrlichster Ueberzeugung und aufrichtiger Sympathie für uns aufdrängen, von allen Juden gehört werden, vor allem aber von jenen jüdischen Turnern in der deutschen Turnerschaft, welche, unsere Abgesondertheit verurteilend, uns glauben machen wollen, wir würden bei den deutschen Turnern kein Verständnis und keine Achtung finden. Wir haben stets an die Intelligenz und den Charakter der deutschen Turner geglaubt; dass wir uns nicht getäuscht haben, beweist die obenstehende Besprechung. Aus der jüdischen Turnerwelt. Zar Beachtung für die Schriftführer! Die Manuskripte dürfen nur auf einer Seile und nicht zu eng beschrieben werden. Berlin. Jüdischer Turnverein »Bar Kochba". Nachdem Vbr. cand. med. Elias Auerbach die Reihe der diesjährigen Diskussionsabende mit einem Vortrage über „Nationaljudentum und Zionismus" eröffnet hatte, sprach Vbr. cand. jur. Alfred Blum über „Die Bedeutung der Emanzipation der Juden für ihre jetzige Lage". Beide Vorträge gaben in den sich anschliessenden Diskussionen zu regem Gedankenaustausch Veranlassung. — Am Charfreitag unternahm die Männerabteilung ihre erste diesjährige Turnfahrt. Das unfreundliche, rauhe Wetter zwang uns, den Weg, der uns von Station Thiergarten Ober Charlottenburg, Eichkamp, Pichelsberg (Rast), Schildhorn, Karlsberg (Kaiser-Wilhelmturm), Saubucht, Paulsborn (Rast) und Station Grunewald führte, in raschem Schritte zurückzulegen. Zahl der Teilnehmer: io.