Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 4 (4.1902)
- Date
- 1902-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 4. 67. Besonders interessant sind die sportsmässig betriebenen Leibesübungen der Mädchen in England und Nord-Amerika wie Ballspiele, Rudern, Schwimmen, Eislaufen, Fusswanderungen und Reiten, auf die sie täglich mehrere Stunden verwenden. In den englischen Mädchenschulen sind straff auszuführende Übungen verpönt; es werden vielmehr Calisthenics, Übungen in anmutigen Bewegungen, die für die Entwickelung der Kraft wenig Wert haben, sowie Übungen an Schaukelringen, mit leichten Hanteln, Stäben und Reifen vorgenommen. Die Amerikanerin, die vor allem das Radfahren und Reiten, sonst aber wenig körperliche Übungen treibt, hat erst in letzter Zeit Interesse für die physical culture gewonnen. Doch wirken ihre Übungen, von denen sie das Fahnenschwingen mit Musik bevorzugt, mehr auf die Anmut als auf Körperfrische und Gesundheit. So sehen wir allenthalben frisch pulsierendes Leben in der Frauenturnbewegung. Doch erst wenn der Wert der Frau für die Gesundheit und Kraft der Nation in ihrem vollen Umfange gewürdigt sein wird, wird auch das Mädchen- und Frauenturnen die Ausdehnung gewinnen, die ihm gebührt. (Fortsetzung folgt.) Ein Nichtjude über die jüdische Turnerei. Die Jüdische Turnzeitung und mit ihr die jüdische Turnbewegung ist schon wiederholt in nichtjüdischen Blättern Gegenstand von Erörterungen gewesen und wir haben stets mit Aufmerksamkeit die abfälligen und auch sympathischen Beurteilungen unserer Bestrebungen verfolgt. Aber eine Beschäftigung mit diesen Urteilen in dieser Zeitschrift haben wir uns bisher versagen müssen, da es sich meist um ganz allgemeine, jeder Originalität entbehrende Besprechungen handelte, deren Wiedergabe nicht lohnend erschien, oder da die Darstellungsart so unflätig war, dass wir ein näheres Eingehen unter unserer Würde hielten. Demnach war es für uns eine grosse Genugthuung, letzthin in einem wohlangesehenen nichtjüdischen Fachblatt, der von uns vorigen Sommer gewürdigten Zeitschrift „Kraft und Schönheit", eine Besprechung unseres Blattes und in Anknüpfung daran der jüdischen Turnerei überhaupt zu finden, welche in den weitesten Kreisen beachtet zu werden verdient. Sie ist besonders bemerkenswert durch die feine Beobachtungsgabe des Verfassers, des in der Turn- und Sportwelt bekannten Karl Mann, welcher, anders als