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Jüdische Turnzeitung · 1902-04-01 · 4 (4.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
4 (4.1902)
Date
1902-04-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 4. 6L Stellen wird der Bogen als Bild der Stärke, Macht und Kraft gebraucht. So z. B. im ersten Samuelbuche 2, 4 „Der Bogen der Helden bricht, aber die Wankenden gürten Macht um". Im zweiten Buche i, 18: „Man lehre die Söhne Judas den Bogen" und dort Vers 22: „Jonathans Bogen wich nie rückwärts". Der Pfeil erscheint als „der Sohn des Bogen" bei Hiob 41, 20; sonst wird für Pfeil pn, pl. D'Jtn gesagt. Bei einem geheimen Zusammentreffen Davids mit Jonathan (1. Buch Samuel, K. 20) werden die Pfeile als Signalzeichen verwendet. Im Gebrauche des Bogens übte man sich durch Schiessen nach der Scheibe (1. Sam. 20, 20 ff.; Klagelieder 3, 12). Die geschicktesten Bogenschützen für das Heer stellte der Stamm Binjamin, wie an' einigen Stellen in den Büchern der Chronik erwähnt wird. Der gewöhnliche Bogen bestand aus hartem, elastischem Holz; doch wurde auch der schwerer zu spannende eherne Bogen (Psalm 18, 35; Hiob 20, 24) gebraucht. Die Pfeile konnten auch aus wohlgeglättetem Holz sein, mit einer scharfen Spitze aus Eisen oder Erz, wohl auch aus Stein. Hiob spricht (6, 4) von vergifteten Pfeilen. Auch vom Köcher, in welchem der Pfeilvorrat verwahrt wurde, ist an einigen Stellen die Rede. Von verschiedenen bildlichen Redensarten sei auf Psalm 127, 4 hingewiesen: „Wie Pfeile in des Kriegers Hand, also die Söhne der Jugend. Wohl dem Manne, der seinen Köcher mit ihnen gefüllt". Jeremia im 9. Kapitel seiner unvergleichlichen Moralreden schildert jene Rotte Verräter, die ihre Zunge wie einen Bogen mit der Lüge spannen, deren Zunge wie ein scharfer Pfeil ist, sie redet Trug u. s. w. Im Bilde eines Läufers erscheint der Sonnenball (Psalm 19, 4), der „wie ein Held sich freut, die Bahn zu durchlaufen". Jesaja 40, 41 werden, die auf Gott vertrauen, gepriesen: „sie legen an neue Kraft, treiben Schwingen gleich den Adlern; sie rennen und ermüden nicht, sie gehen und ermatten nicht." Der Prediger (9, 11) spricht von den Leichtfüssigen, die keinen Lauf haben und Hiob 9, 25 klagt: „Meine Tage waren flüchtiger denn Läufer". — Aber auch ohne Bild treffen wir Läufer, Renner und Trabanten an, die doch in besonderen Übungen ihre Lauffertigkeit erlangt haben müssen. Die Gaditen werden (1. Chronik. I2> 9) geschildert als „tapfere Helden und kriegstüchtig gerüstet, mit Schild und Lanze, wie Löwen anzusehen, und gleichden Gazellen auf Bergen an Schnelligkeit".

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