Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 4 (4.1902)
- Date
- 1902-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 4. 60. Schreibung des Meerungeheuers im Buche Hiob (K. 41) wird gesagt: „Nicht verjagt es der Pfeil, in Stoppeln wandeln sich ihm die Schleudersteine. Wie Stroh sind ihm Keulen geachtet, und es lacht zu dem Beben des Wurfspiesses". Dieser, der Wurfspiess, erscheint unter dreifacher Bezeichnung: ntsn .Win und |1T3. Mit dem ersterwähnten Namen bezeichnete man — ich folge hier den Auseinandersetzungen in dem archäologischen Werke Portaleone's *) — eine Pieke, die aus einem langen Holzschaft bestand, der oben in eine scharf geschliffene Eisenspitze auslief. Um die Mitte des Schafts war ein etwa V2 Elle breiter Zeugstoff, der durch kleine Nägel daran befestigt war, mit seidenen Fäden umwickelt, damit die Hand beim Angreifen von dem sonst glatten Schaft nicht abgleite. Eigentlich war es nicht ein Wurfgeschoss, sondern eine Stosswaffe, mit der die von den Stämmen Juda und Gad versehen waren, während die vom Stamme Naphtali mit Lanzen (D'JPi) ausgerüstet waren; siehe 1. Buch der Chronik, Kap. 12. Mehr als Wurfspiess wurde die zweiterwähnte Waffe gebraucht, die einen kürzeren Schaft hatte, der nach oben mit einem scharf geschliffenen, an beiden Enden breiter auslaufenden Eisen versehen war, und darüber noch zwei gekrümmte, ebenfalls scharf geschliffene Eisen trug. Vielleicht ist hierbei an den im ersten Buch Samuels, K. 13, 21 erwähnten „Dreizack" zu denken. Portaleone will die dritte Waffe pT3 als Hellebarde verstehen; jedenfalls bezeichnet es eine Angriffswaffe, die von dem gewöhnlichen Spiess verschieden war. Diese drei Arten von Waffen nach den betreffenden Schriftstellen näher zu beurteilen, würde hier zu weit führen. Für den Zweck der gegenwärtigen Darstellung genüge es, darauf hinzuweisen, dass ihr Gebrauch eine besondere Übung voraussetzt, die zum Kapitel der Körper-Gymnastik gehört. Auch der Bogen (rWp) wird hierbei zu behandeln sein. Ismael, der Sohn der Hagar, bleibt in der Wüste und wird ein Bogenschütze. Esau nimmt Köcher und Bogen, geht aufs Feld, um ein Wildpret für seinen Vater zu erjagen. Schon früher wird Nimrod als gewaltiger Jäger bezeichnet. Jacob gedenkt Josephs in seinem letzten Segen mit dem Hinweis, „dass in Festigkeit sein Bogen blieb, gelenkig Arme und Hände". An verschiedenen •) Dm berühmte, seltene Werk „Schilte Hagibbortm", in Mantua 161» gedruckt, enthalt im 4a. Kapitel de» eriten Buches eine hebräische Darstellung von .Wehr und Waffen" im alten Israel, wobei auch .Krieg und Schlachtordnung geschildert 'werden.