Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 3 (3.1902)
- Date
- 1902-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No 3. S3. d. h. Sternensohn, weil er ihn für den Messias hielt. Mit christlichen Gelehrten anzunehmen, dass Bar Kochba der ursprüngliche Name war, der später in Bar Kosiba Sohn der Lüge verwandelt wurde, weil B, K. die Erwartung des Volkes nicht erfüllt hat, dafür liegt kein zwingender Grund vor. In den griechischen Quellen heisst er meist Barchochebas. Kürzlich versuchte ein christlicher Gelehrter (Riggenbach) den Nachweis zu erbringen, dass Kochba von dem Namen einer Stadt Kokaba, zwischen dem Gebirge Hauran und dem See Tiberias gelegen, herrührte, das sei also der Geburtsort des Helden. Die Benennung eines Mannes nach seinem Orte in Verbindung mit „bar" oder „ben" ist aber im jüdischen Schrifttum nicht üblich, man sagt vielmehr ,,'isch" „Mann aus" etc. Somit ist diese Hypothese auch sehr schwach. Man bleibt also am besten bei der obigen Erklärung. Heimat und Jugendzeit bleiben in undurchdringbares Dunkel gehüllt. Der uns bekannte kurze Abschnitt, das Ende seines Lebens, ist denn auch um so glanzvoller; mag man auch seinen Charakter durch die Erzählung von der rohen Behandlung des greisen Eleasar zu beflecken versuchen, Bar Kochba ist und bleibt uns doch eine sympathische Erscheinung, würdig, der neuen turnerischen Bewegung unter den Juden seinen Namen zu geben: Kraftvoll, mutig, unbeugsam. Kurze Antwort auf Herrn Otto s Kritik meiner „Psychologischen Betrachtungen Ober das Wettturnen". Von Theobald Scholetn, Berlin. Herr Georg Otto hat auf meine „Psychologischen Betrachtungen Uber das Wettturnen" eine Entgegnung geschrieben, die mich nötigt, ihm in aller Kürze zu antworten. Herr Otto scheint der Meinung zu sein, dass eine turnerische Ausbildung und Fortbildung ohne Wettturnen unmöglich sei. Wenn er als — wie ich annehme — eifriges Mitglied seines Vereins sich an dem leider sehr schwach besuchten Zusammenturnen seines Turnbezirks, an den Vorturnerstunden in seinem Gau und ähnlichen Veranstaltungen rege beteiligen würde, so würde er gefunden haben, dass man neue Anregungen und Ansporn zur Nacheiferung in selbstloser turnerischer Arbeit vollauf finden kann, ohne dabei „gewertet" zu werden und ohne „die Anerkennung älterer Männer, kompetenter Richter" in Gestalt von Punkten zu finden. Wie sehr solche Anerkennungen vom Zufall abhängen, müsste Herr Otto als Wettturner eigentlich auch wissen. Es ist nichts Seltenes, dass ein Kampfrichter eine Übung mit 3, selbst mit 2 und ein anderer dieselbe Übung mit 5 wertet. Welcher Kampfrichter ist da „kompetent"? Giebt es überhaupt darin eine Kompetenz? Dem einzelnen Kampfrichter kann kein Vorwurf gemacht werden. Das System des Wettturnens, in welchem das Musterriegenturnen allerdings das „kleinere Übel" gegenüber dem Einzelwettturnen ist, verlangt eine Bewertung, und so muss der Einzelne so gut oder so schlecht als möglich „punktieren". Herr Otto sagt auch, „Kampf Ist Kampf, doch Ist es ein grosser Unterschied, warum gekämpft ist". Ich sage: Warum müssen wir kämpfen, wenn wir es vermelden können? Hat