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Jüdische Turnzeitung · 1902-03-01 · 3 (3.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
3 (3.1902)
Date
1902-03-01
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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No. 3. 52. Verbindungsglied bilden zwischen dem mohamedanischen Süden und dem christlichen Norden, ein die Reibung milderndes Element zwischen diesen beiden grossen unversöhnlichen Gegensätzen, die sich bekriegen und beherrschen, aber nie verstehen werden. as ist uns über Bar Kochba überliefert worden, und was bedeutet V V sein Name? Diese Frage ist von Mitgliedern unseres Vereins oft gestellt worden, und selten fand man die Antwort der Kundigen so befriedigend, dass man von der Bedeutung dieses Mannes, der seinen Namen unserm Verein gegeben hat, durchdrungen war. Ja, so merkwürdig es klingt, Uber Person und Leben unseres Helden ist rein garnlchts überliefert .worden. Ist dies absichtliche Undankbarkeit gewesen oder fand man wirklich in dem Leben eines grossen Helden nur seine Theten der Verewigung in der Geschichte würdig? Das, was die Midraschim, der jerusalemische Talmud u. a. Uber ihn berichten, ist ein prägnantes und scharfes Bild seiner Thötigkeit in dem Aufstande, der nach ihm heisst. Wie in jeder Volksbewegung unerwartet kraftvolle Gestalten sich über alle andern erheben, von denen man vorher nichts gehört, die man nicht beachtet, die nun aber gleichsam von dem Geiste einer neuen Idee beseelt, nie geahnte Kraft in sich verspüren und stillschweigend von allen als Führer anerkannt werden, so war es auch hier. Das Mass der Geduld gegenüber der römischen Bedrückung war voll, Hadrian selbst hatte durch die anfangs erteilte Erlaubnis zum Neubau des Tempels im Herzen des jüdischen Volkes neue Hoffnungen geweckt, die Sehnsucht nach dem eigenen, alten Herde schwoll möchtig, alles war in innerem Aufruhr, heimliche Versammlungen schürten das in allen Juden glimmende Feuer der Begeisterung, zitternd, vor Ungeduld brennend sah man aus nach dem, der nun mit einem gewaltigen Rufe die mühsam gehemmte Kampfeswut entfesseln würde, und plötzlich Ist er da: Simon bar Kosiba's Heldengestalt tritt in den Vordergrund der Ereignisse. Und das geschieht so unvermittelt, so plötzlich, dass selbst der weise Aklba geblendet ausruft: Darach kochab mi jaakobl (4. Mos. 24,17) „es geht auf ein Stern aus Jacob", und entgegen dem Zweifel vieler Zeitgenossen hält er ihn für den Messias, der nun erschienen ist, sein Volk zu erlösen. Der Verlauf des Kampfes und das unglückliche Ende unseres Helden sind bekannt. Woher kam er, wie verbrachte er seine Jugend? Nichts wissen wir darüber. Ja nicht einmal die Herkunft seiner spateren Namen ist bekannt. Am wahrscheinlichsten ist es, dass Bar Kosiba der ursprüngliche Name war, den auch die jüdischen Quellen immer gebrauchen. Im Midrasch (Echa rab. 2, 5), wo der obige Spruch des Aklba zitiert wird, heisst es ausdrücklich: „lies nicht Kochab, sondern Koseb." Wie bekannt, gab denn auch Akiba nach diesem Spruch der hl. Schrift Ihm den Namen Bar Kochba Bar Kochba. Von Dr. Julias Cohen.

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