Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 3 (3.1902)
- Date
- 1902-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 3. 43. die jüdischen Mitglieder der Deutschen Turnvereine Oesterreichs sind, wenn sie mit dem erbärmlichen Zustande der „Schutzjuden", wie in alter Zeit, zufrieden sind. Vielleicht kommt Herr Dr. Goetz bis zum nächsten Deutschen Turntage zu der Erkenntnis, dass nicht nur Herr Hirth, wie er von ihm selbst sagt, „leider" sein Kollege im Ausschusse ist, sondern dass der ganze XV. Turnkreis „leider" in der „Deutschen Turnerschaft" noch immer ist. Der „Deutsche Turntag" wird jedenfalls endgültig entscheiden müssen, wie das Grundgesetz ausgelegt werden soll und muss, wenn die „Deutsche Turnerschaft" wirklich noch Anspruch darauf machen sollte, Recht Recht sein zu lassen. Viel Wahrscheinlichkeit spricht nicht dafür. Wer seine lieben Turngenossen etwas näher kennen gelernt hat, und ihnen einmal Gelegenheit dazu gezeigt hat, der weiss, dass nur Wenige, gar sehr Wenige, von ganzem Herzen für das gute Recht und die Freiheit ihrer jüdischen Turngenossen eintreten. Ist auch die Schwächlichkeit der Juden mit Schuld daran, die Thatsache lässt sich nicht leugnen. Ob der „Deutsche Turntag" dem Ausschusse Unrecht geben wird. Schwer!st es, daran zu glauben! Jüdische Ackerbaukolonien in Anatolien. Von Prof. Dr. O. Warburg. (Schluss.) Mir that es aufrichtig leid, diese meiner Ansicht nach hoffnungs- 'eiche Kolonisation so sang- und klanglos beendet zu sehen, und da ich mir eine bessere Meinung von dem Lande gebildet hatte, a"ch in den Berichten des Sachverständigen allerhand Widersprüche zu entdecken glaubte, so sandte ich im Hochsommer meinen eigenen Sachverständigen, einen praktischen und auf der Berliner landwirtschaftlichen Hochschule auch theoretisch ausgebildeten Landwirt, zur Berichterstattung und zum eventuellen Eingreifen nach Anatolien. Als seine Berichte nicht ungünstig lauteten, beschloss ich, in Sazelar einen kleinen Versuch mit 10 Familien zu machen, sowie auch die 11 Familien von Dabkis n'it dem Notwendigsten zu unterstützen. Meine Bemühungen glückten einigermassen, an die Familien von Sazelar gliederten sich allmählich weitere 10 Familien an, in Dabkis kamen 3 Familien hinzu, so dass, als ich in diesem Frühling Anatolien abermals besuchte, doch schon zwei kleine, meist aus provisorischen Hütten bestehende Dörfchen, mit Vieh und Ackergeräten einigermassen 3*