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Jüdische Turnzeitung · 1902-02-01 · 2 (2.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
2 (2.1902)
Date
1902-02-01
Page
[Seite] (sequence 15)
Language
German
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No. 2. 31. seine Maschine festschmiedet und in rasendem Tempo um die Bahn herumjagt, oder ein Wettturner zum Kampf antritt, dort die ganzen Ausbildungsmittel zum Zweck, — hier die Ausbildung Selbstzweck und der Kampf nur Förderungsmittel. Es liegt ein hoher moralischer Wert in diesen Kämpfen und wir sollen uns freuen, dass unserer Jugend soviel an der Anerkennung der Alten liegt Ich habe von dem Neid und der Missgunst zwischen Wettturnern herzlich wenig gesehen. Im Gegenteil, gerade sie sind es, die auch ausserhalb der Halleam freundschaftlichsten miteinander verkehrend sich im Turnsaal gegenseitig in den gleichen Zielen am nächsten stehen. Nehmen sie gut ausgebildeten Turnern das Ziel, die Richtung ihres weiteren Fortschrittes und das Streben wird erlöschen. Die Anregung des Wettturnens kommt der gesamten Abteilung zugut, das Niveau wird gehoben und die Arbeit eine intensivere. Es hat einem Verein und der Turnsache noch nie ein guter Stamm von Wettturnern geschadet. Gerade sie haben bisher der Turnerei nach der praktischen und theoretischen Seite die allerwesentlichsten Dienste geleisiet. Noch grösser als bei den Einzelwettturnen ist der Nutzen für die Gesamtheit bei den Riegenwettturnen. Hat ein Verein eine genügende Zahl gutausgebildeter Turner, um eine selbstständige Wettturnerriege zu bilden, d. h. eine Reihe .in der Folge und Schwierigkeit richtig aufgebauter Uebungen in tadelloser Weise vorzuführen, so bildet diese Riege einen Grundstock des Vereins. Die Uebungen, die von der Riege allein auszuarbeiten sind, fördern ungemein das Verständnis für Turntheorie, verlangen eine vollstandige Beherrschung turnerischer richtiger Ausdrucksweise und sind so schon allein Bildungsmittel der Teilnehmer. Gerade beim Riegenwettturnen wird ein so vollständiges Aufgehen des Einzelnen in der Gesamtheit verlangt, dass diese Veranstaltungen geradezu als das Ideal bezeichnet werden können. Hier kommt hervorragende Fähigkeit allen zu gute, hier trifft Anerkennung und Tadel alle gleich, hier ist jeder bestrebt, mit seinen Mitturnern möglichst gleichmässig tadellose Uebungen zu geben, dass diese Turner ein Erziehungsmittel allererster Ordnung für Turner sind. Und welcher Geist der Zusammengehörigkeit, welche Hingabe an die Sache erkennt der aufmerksame Beobachter bei Mitgliedern derartiger Riegen. Mir selbst war es stets eine hohe Ehre, in einer Musterriege turnen zu dürfen, und gab meiner Begeisterung für die Sache stets neue Nahrung. Und neidlos schauten wir zu, wenn auch andere bessere den Kranz erhielten und Hessen es uns genug sein an dem Bewusstsein, unser Bestes eingesetzt zu haben, und kehrten heim, voll von neuen Eindrücken und Ansichten, die zuletzt döch der Abteilung und der Turnsache zu gute kommen. Unsere eifrigsten Rlegenwettturner waren fast ausnahmslos auch unsere besten Vorturner und Turnwarte. Dies alles, wird Herr Scholen» einwerfen, lässt sich auch durch richtige Belehrung, Zusammenstellen passender Turner etc. erzielen und Ubersieht dabei doch, dass der ganzen Bewegung das Ziel aber erst das Wettturnen glebt. Wenn, um auf bestehende Verhaltnisse zu kommen, der Bar Kochba auch noch nicht In der Lage ist, Riegenwettturnen mit anderen Vereinen zu veranstalten, so wäre es doch nach meiner Auffassung ein ganz gewaltiger Fortschritt, wenn bei weiterer Entwickelung des Turnens unter den Juden auch jüdische Wettturnriegen

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