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Jüdische Turnzeitung · 1902-02-01 · 2 (2.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
2 (2.1902)
Date
1902-02-01
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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No. 2. 29. bleiben. Trotzdem gelang es allmählich, eine Menge Leute zurückzusenden; Tschelikli wurde ganz geräumt, Dabkis grossenteils, nur Ii Familien versuchten mit ihren eigenen beschränkten Mitteln dort zu bleiben; schliesslich wurde auch Kefkend fallen gelassen, so dass nur noch in Caraja und Sazelar grössere Mengen von Kolonisten verblieben. Da ihnen nur Nahrungsmittel, aber keinerlei Inventar und Saatgut gegeben wurde, da man ihnen sogar bei Strafe der Nahrungsentziehung verbot, für dasnächste Jahr zu pflügen, es ja auch für sie unnütz gewesen wäre, da sie nach Beendigung des Jahres doch fortgesandt zu werden erwarteten, so verharrten die Kolonien in einem Zustande der Lethargie. (Schluss folgt.) Antike und moderne Gymnastik. Von Richard Blum. Wenn wir von antiker Gymnastik sprechen, so denken wir an das klassische Volk der Gymnastik im Altertum, die Hellenen, die zum erstenmal den Gedanken ausgesprochen und in die That umgesetzt haben, dass zu einer harmonischen Ausbildung des Menschen und zu seiner Vollkommenheit Geist und Körper in gleicher Weise gepflegt und geübt werden, dass die Erziehung sich auf den gesamten Menschen erstrecken müsse. Schön an Körper und Seele sollte der Mensch aus der Hand des Erziehers hervorgehen, und es galt als höchstes Ideal, mit derselben Hand ein Kunstwerk zu schaffen und sich den in heissem körperlichen Wettkampfe errungenen Siegeskranz auf das Haupt zu setzen. Diese Anschauungen haben manche Wandlungen erfahren. Nachdem die Leibesübungen im Mittelalter, in welchem „für den Himmel erzogen wurde, wahrend man im Altertum für die Erde erzog", in schweren Schlaf versunken waren — sie wurden nur auf Adelsschulen, Ritterakademien, und Burgen gepflegt, — war es den Humanisten, Reformatoren und Philanthropen vorbehalten, neues Leben dem erstorbenen Körper einzuhauchen. Und so fügten in neuerer Zeit Männer wie Guts Muths, Vieth, Pestalozzi, Jahn, Spiess u. a. Stein an Stein zu dem Bau, den wir jetzt als moderne Gymnastik oder Turnkunst vor uns sehen. Spielte sich das gymnastische Leben in ältester Zeit auf Plätzen und Markten ab, so wurden spater PalBstren (Ringschulen für Knaben) und Gymnasien die Stätten für die körperliche Ausbildung. Mit dem Aufblühen des hellenischen Staates und der Palästrik ging die Errichtung prächtiger Bauten Zl» gymnastischen Zwecken Hand in Hand. Ein Gymnasium enthielt eine überdeckte Halle für die Knaben, einen Raum für die Jünglinge und Säulenballen für die Erwachsenen, besonders die Athleten. Die Übungsplätze waren von Säulengängen, in denen sich Sitze für Philosophen, Rhetoren ua. befanden und sich das geistige Leben überhaupt abspielte, Platanen- Kuppen und Borketts mit Ruheplätzen für die Zuschauer umgeben, so dass die gymnastischen Übungen unter den Augen des Volkes betrieben wurden.

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