Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 1 (1.1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No 1. 17. erlaubt sei, unter der Überschrift „Sport und Nationalbewusst- 8ein" u. a. folgendes: „Der Sport erhebt den Anspruch der Internationalität und hat hierzu eine gewisse Berechtigung. Er schliesst den Begriff des Wettbewerbes in sich, und diesem sind im allgemeinen, wie ja auch auf anderen Gebieten, keine nationalen Grenzen gezogen. Insbesondere für jene Sportzweige, deren Zweck die körperliche Ausbildung der Jugend ist, ergiebt sich die Internationalität schon dadurch, dass jedes Volk bestrebt sein wird, das Gute, das ein derartiger Sportbetrieb im Sinne der Heranziehung einer kräftigen Generation hat, sich zunutze zu machen. Ebenso wie das Turnen, das in Deutschland zur höchsten Blüte ausgebildet wurde, wegen seiner grossen Bedeutung als Volkserziehungsmittel überall Aufnahme und Pflege gefunden hat, sind auch die Bewegungsspiele, die in England den günstigsten Boden fanden, von dort übernommen worden, sobald man die Vorteile dieses Sports erkannte, und in Deutschland und Osterreich hat gerade das Fussballspiel als besonders geeigneter Jugendsport so viel Anklang gefunden, dass es heute überall eifrig gepflegt wird. Die tiefere Bedeutung jeden Sports, der für die Jugendausbildung in Betracht kommt, Hegt darin, dass er die Aufgabe hat, in seiner Weise mit beizutragen zu einer kräftigen Entwicklung des Volkes, und aus dieser einfachen Erwägung ergiebt sich bereits, dass jene Vereine, welche solchen Sport pflegen, gewisse nationale Verpflichtungen zu erfüllen haben. Die Internationalität des Sports hat ihre Grenzen, und diese haben besonders dann Geltung, wenn sich aus der Sportpflege ein derart entwickeltes Korporationswesen ergiebt, wie es das Fussballspiel im Gefolge gehabt hat. Vor allem darf der Grundsatz, dass die Nationalität für den sportlichen Wettbewerb nicht in Betracht komme, nicht so weitherzig angewendet werden, dass das nationale Ehrgefühl darunter leidet. Wir werden zu diesen Erörterungen durch den bereits mitgeteilten Beschluss des Berliner Verbandes deutscher Ballspielvereine veranlasst, welcher dahin geht, dass das Spielen mit tschechischen Clubs den dem Verbände angehörenden Vereinen bedingungslos erlaubt sei; durch diesen Beschluss wurde eine im Vorjahre angenommene Resolution aufgehoben, nach welcher der sportliche Verkehr mit tschechischen Clubs „dem Taktgefühle der einzelnen Verbandsvereine" überlassen blieb. . . . Kein deutscher Club oder Verein, welchen Zweig des Sports immer er pflege, darf diesen Versuch, die Grenzen, welche der Internationalität des Sports gesetzt sind, zu durchbrechen, ruhig hinnehmen. Bisher ist auch von den reichsdeutschen Sportvereinen der erbitterte Kampf, den die Tschechen gegen das Deutschtum führen, der Hass, mit dem sie alles Deutsche verfolgen, als ein stichhaltiger Grund dafür angesehen worden, keine Beziehung zu tschechischen Sportkreisen zu unterhalten. Die deutschen Ruder-