Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 1 (1.1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 1. 16. Turnerische Rundschau. Den guten Stand der sozialdemokratischen Arbeiterturnvereine charakterisiert am besten die grosse Verbreitung ihres Organs, der „Arbeiter-Turnzeitung." Aus den primitivsten Verhältnissen hervorgegangen, hat sich das Blatt im Laufe von zehn Jahren zu der gelesenstenSTurnzeitung Deutschlands mit rund 20000 Abonnenten emporgeschwungen. Freilich steht es inhaltlich durchaus nicht an der Spitze; aber der eminent billige Preis, die Tendenz und vor allem die rastlose Thätigkeit der Vereinsvorstände haben diesen Erfolg hervorgezaubert. Wenn wir bedenken, mit wie geringem Interesse die Vorstände der jüdischen Turnvereine es sich angelegen sein lassen, für die Verbreitung der „Jüdischen Turnzeitung" Sorge zu tragen, so müssen wir die Parteidisziplin der Sozialdemokratie und das Interesse für ihre eigene Angelegenheiten wie auf so vielen anderen Gebieten, so auch auf diesem wieder bewundern und können nur wünschen, dass unsere Freunde sich in dieser Hinsicht die einfachen Arbeiter zum Muster nehmen sollten. Ist es denn nicht möglich, dass jeder jüdische Turnverein für alle oder die meisten seiner Mitglieder unser Organ abonniert, zumal da wir für diesen Fall ganz ungewöhnliche Preisermässigungen eintreten lassen? — Die hiesige „Israelitische Wochenschrift" vom 17. Januar bringt einen schneidigen Artikel unseres verehrten Mitarbeiters Herrn Theobald Scholem über die Stellung der Juden in der deutschen Turnerschaft. In ihm klagt Herr Scholem den Ausschuss der deutschen Turnerschaft, welcher, wie unsern Lesern bekannt ist, dem Wiener Beschlüsse, die Juden aus dem österreichischen Turnkreise auszuschliessen, zugestimmt hat, einer schmählichen Nachgiebigkeit an und schliesst darauf mit der seltsamen Mahnung an die jüdischen Turner — in der Turnerschaft zu bleiben und für die Entfernung des „Arierparagraphen" zu wirken. Dann werde dem Wunsch hoffentlich bald die That entspringen! — Wir verstehen diesen Optimismus nicht und prophezeien die reguläre Enttäuschung. — Die Prager „Bohemia" schrieb kürzlich anlässlich eines Beschlusses des Berliner Verbandes deutscher Ballspielvereine, welcher dahin ging, dass das Spielen mit tschechischen Clubs den dem Verband angehörigen Vereinen bedingungslos