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Jüdische Turnzeitung · 1902-01-01 · 1 (1.1902) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
1 (1.1902)
Date
1902-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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No. 1. 5. allgemein bekannten Thatsachen auf, was mit Rücksicht auf ein sehr unbefangenes Publikum schliesslich gerechtfertigt war. Wer sich ein wenig mit dieser Frage beschäftigt hatte, erfuhr aus seiner Rede nichts Neues. Es war eben ein rein hygienischer Vortrag von der Art, wie sie öfter vor einem Laienpublikum gehalten werden. Er sprach über Nervenschwäche und Hysterie, hob die Schädlichkeit der Verwandtenehen hervor und riet dringend davon ab, mittelmässig beanlagte Kinder geistigen Berufen zuzuführen. Das gehört schon längst zum eisernen Bestand der Programmforderungen aller jüdischen Volksfreunde. Man vermisste sogar manches, was ein erschöpfendes Referat hätte aufweisen müssen. Dem Verein für jüdische Geschichte und Litteratur muss man in jedem Falle dafür grossen Dank wissen, dass er überhaupt ein solches Thema zur öffentlichen Erörterung gestellt hat. Ein vorwiegend litterarisches Interesse hatte die Zuhörer angelockt. Als in der Diskussion Vertreter des Turnvereins „Bar Kochba" aus der grauen Theorie praktische Konsequenzen zogen und das Turnen in jüdischen Turnvereinen als ein vorzügliches Mittel zur Volkskräftigung empfahlen, war das Publikum sichtlich überrascht. Es wurden uns privatim und öffentlich Sympathiekundgebungen zuteil, aber andererseits fanden unsere Bestrebungen nicht die ihnen gebührende Würdigung. Die Frage der körperlichen Hebung der Juden ist aktuell geworden und die Zeit ist hoffentlich nicht mehr fern, in der nicht nur geredet, sondern auch geturnt werden wird. Die jüdischen Bodenkultur-Bestrebungen in Deutschland. ier Verein zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands ist kein Neuling unter den jüdischen Wohlfahrtsinstitutionen. Seit dem Jahre 1897 tritt er mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln für die Verbreitung seiner Ideen ein. Sein Ziel, dessen waren sich die Gründer sowohl, wie die ihm nachträglich beigetretenen Mitglieder wohl bewusst, ist ein weit liegendes, das zu seiner Erreichung grosser Geldmittel, grosser Umsicht und grossen Enthusiasmusses bedarf. Es ist die allmähliche Überführung eines namhaften Teiles der deutschen Judenheit zur Landwirtschaft ein Werk von so umfassender sozialer und wirtschaftlicher Bevern Dr. Ernst Tuch.

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