Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 1 (1.1902)
- Date
- 1902-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1. 3. nicht haben: nämlich die Gewohnheit, geräumig zu wohnen und reichlich zu essen. Uns das anzugewöhnen, würde uns wahrlich nicht schwer werden, wenn wir erst das dazu nötige Geld hätten. Die körperliche Hebung -des jüdischen Volkes ist eine Geldfrage. , Lassen Sie das jüdische Volk wohlhabend sein und Sie werden kein Wort über seine körperliche Hebung zu verlieren brauchen. Es wird ganz von selbst und mit grösster Schleunigkeit wieder erstarken. Sehen Sie sich die jüdischen Familien an, die seit drei Generationen bemittelt sind! Vergleichen Sie diese stattlichen Reiter, diese trefflichen Fechter, diese flotten Tänzer, Preis- Turner und Champion-Schwimmer, vergleichen Sie diese grossen, breiten Gestalten mit den unbeholfenen und ausgemergelten, hustenden Jammerzwergen des östlichen Ghettos. Dann haben Sie sofort die Formel, die Ihnen das unfehlbare Mittel zur körperlichen Hebung des jadischen Volkes und auch die Zeit dazu angiebt, die das Mittel braucht, um seine volle Wirkung hervorzubringen. Den reichen Juden brauchen wir überhaupt keine Ratschläge zu geben. Einmal sind sie so wenig Juden, dass sie bei der Erörterung jüdischer Volksangelegenheiten kaum noch in Betracht kommen. Dann aber gehören sie ohnehin schon zu den leidenschaftlichsten Jägern und hervorragendsten Pflegern aller Sports*) und wären wahrscheinlich allesammt bereits Enakssöhne, wenn sie zu ihrem Unglück bei der Abkehr vom Judentum nicht zugleich in die schlimmsten Ausschweifungen und Sittenlosigkeiten der verfaultesten Gesellschaftsklassen Europas und Amerikas verfallen wären. Jenen Juden, die einen Pfennig und eine Stunde übrig haben, können wir natürlich nur weiter empfehlen, dass sie fleissig turnen sollen. Darüber brauchen wir kein Wort mehr zu verlieren. Der Gedanke der Heranzüchtung eines Muskeljudentums ist hier angeregt worden, die gebildete jüdische Jugend hat ihn erfasst, sie wird ihn zweifellos immer allgemeiner verwirklichen. Es giebt zür Zeit, nach dem Ausweise der „Jüdischen Turnzeitung", dreizehn national-jüdische Turnvereine. Wir sollten dahin streben, dass jeder zionistische Verein, der dazu nur irgend imstande ist, eine Turnabteilung entwickle. Für die grosse Masse des jüdischen Volkes aber, an die wir doch in erster Linie denken, ist all das belanglos. Diese Masse •) Diese Ausfahrungen können nur für die reichen, »her nicht für die wohlhabenden Juden Geltung beanspruchen. 1*