Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 2 (1901)
- Issue
- 11 (11.1901)
- Date
- 1901-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 11. 139. dabei besonders an den Ghettodichter Morris Rosenfeld. Für die Aufnahme der Bundeslieder, die vielfach ohne poetischen Wert sind und besser fortgefallen wären, ist sicherlich die Rücksicht auf die betr. Vereine massgebend gewesen. Soviel über die schlechten Eigenschaften des Vereinsliederbuches. Aber alles in allem ist unter den augenblicklichen Verhältnissen das geleistet worden, was man erwarten durfte. Daher sei dem Jüdischen Turnverein »Bar Kochba" für sein Liederbuch herzlicher Dank und ein kräftiges Hedad entgegengebracht. Möge das Vereinsliederbuch zur Stärkung der Geselligkeit und inneren Festigkeit des Vereinslebens beitragen. H. Lent. Ein Wort über die „offene Turnhalle". Von M. Zirker. In meinem Aufsatze über „Hallenturnen und Freilichtturnerei"*) wies ich, freilich nur andeutungsweise, darauf hin, dass manche das Problem, den hygienischen Forderungen der Freilichtturner unter Beibehaltung des Hallenturnens zu genügen, mit Hilfe der „offnen Turnhalle" lösen wollen; ich citierte dabei einen neuerdings in der „Monatsschrift für das Turnwesen" erschienenen Aufsatz des Herrn Selge, der statt unserer geschlossenen Turnhallen Unterstände nach Art der kleineren Bahnhöfe unserer Stadtbahn verlangt, die nach seiner Meinung von dem gesundheitlichen Standpunkte allen Ansprüchen der Freilichtturner (frische Luft und volles Licht) genügten, ausserdem aber auch die Vorteile der geschlossenen Turnhalle (Schutz vor ungünstiger Witterung) in sich schlössen. Herr Selge glaubt etwas Neues der Mitwelt offenbart zu haben, aber seine Vorschläge sind alt — und veraltet. Denn bei ihm steht noch das Prinzip der Abhärtung im Vordergrund des ganzen Turnens, während dieser Standpunkt heute bereits überwunden ist, und man den Abhärtungsgrundsatz nur soweit gelten lässt, als er sich im Rahmen einer vernunftgemässen Leibespflege — modern »intelligenter Leibeszucht" — durchführen lässt. Heute ist man von der Forderung, deren epigonenhafter Vertreter Herr Selge ist, dass man im strengen Winter und beim schneidenden Ost im Freien oder sozusagen im Freien turnen lassen soll, ganz abgekommen; das verbietet einfach die Rücksicht auf die ver- "*) Vgl. Juliheft dieses Blattes. Bisher konnte obiger Aufsatz wegen Raummangels nicht aufgenommen werden.